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Keine Auffälligkeiten: Untersuchungsergebnisse nach Brand in Brennelementfertigungsanlage Lingen liegen vor

Pressemitteilung Nr. 145/2018

Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz hat heute (Freitag) die Untersuchungsergebnisse von genommenen Boden-, Wasser-, und Abluftproben nach dem Brand in einem Laborbereich der Brennelementfertigungsanlage Lingen mitgeteilt. Insgesamt zeigen die vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) durchgeführten Messungen keine Auffälligkeiten. Es liegen keine Hinweise auf eine Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umgebung vor. Der NLWKN war nach dem Brand durch das Umweltministerium beauftragt worden, eine Kontrolle der Emissionswerte sowie beweissichernde Messungen aus dem Betrieb und in der Umgebung durchzuführen.

Bei der Auswertung des Abluftfilters aus der betreiberunabhängigen Emissionsüberwachung konnten keine Alphastrahler nachgewiesen werden. In dem Labor ist aus einer bei dem Brand beschädigten Leitung demineralisiertes Wasser ausgetreten. Dieses Wasser wurde von der Betreiberin beprobt und die Proben dem NLWKN zur Untersuchung übergeben. Alle ermittelten Konzentrationen an Uran liegen mehrere Größenordnungen unterhalb des Grenzwertes von 10 µg/l für Uran im Trinkwasser. Die Probenahmen in der Umgebung erfolgten in Ausbreitungsrichtung auf Grundlage der zur Zeit des Brandes vorhandenen Wetterlage. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind unauffällig und spiegeln die natürliche Häufigkeit und Verteilung der radioaktiven Nuklide wieder, insbesondere der untersuchten Urannuklide (Uran-234, Uran-235 und Uran-238).

Aus dem bisher erzielten Erkenntnisstand der noch nicht abgeschlossenen Untersuchung zur Ursache des Brandes lassen sich derzeit folgende Rückschlüsse auf einen möglichen Ablauf des Ereignisses ableiten: Durch einen Defekt oder eine fehlerhafte Regelung der Verdampferheizung kam es zu einem erhöhten Wärmeeintrag auf eine Tischplatte aus Kunststoff. Diese wurde dadurch in Brand gesetzt. Schwelgase stauten sich in der Abluftleitung des Verdampfers und das entstehende Schwelgas-/Luftgemisch entzündete sich (Deflagration).

Am 06. Dezember 2018 war es im Laborbereich des Gebäudes der nuklearen Fertigung (außerhalb der Brennelementfertigung) zu einem Brand gekommen. Das Ereignis wurde der Melde-Kategorie N 3.2.1 zugeordnet.


Artikel-Informationen

21.12.2018

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