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Minister Lies besucht Kraftwerksstandort Lingen

Pressemitteilung Nr. 99/2018

Umweltminister Olaf Lies hat heute (Freitag) das Kernkraftwerk Lingen besucht und Gespräche mit der Betreiberin RWE geführt. Dabei ging es um Fragen des Rückbaus wie auch um Themen der Versorgungssicherheit und der Energiewende. Das Kernkraftwerk Lingen wurde 1977 außer Betrieb genommen und 1988 in den Sicheren Einschluss überführt. Seit 2016 befindet sich das Kraftwerk im Rückbau. Die hierbei gesammelten Erfahrungen will RWE Power auch für den Rückbau des Kernkraftwerks Emsland nutzen, das noch bis 2023 Strom produziert.

„Auf den Abbau des Kraftwerks wurde lange hingearbeitet“, sagte Umweltminister Olaf Lies. „Jetzt gilt es, gemeinsam mit der Betreiberin, der RWE Power, dafür zu sorgen, dass alle Arbeiten nach dem Stand von Wissenschaft und Technik erfolgen und so sicher wie möglich für Mensch und Umwelt durchgeführt werden. Das Umweltministerium als Atomaufsicht ist zu jeder Zeit eingebunden und überwacht den Abbau sorgfältig.“

Wichtige Projekte sind derzeit die Vorbereitungen für den bereits genehmigten Abbau der Großkomponenten (Dampfumformer) und das Genehmigungsverfahren für den zweiten Abschnitt des Abbaus. Dies ist der letzte Schritt und umfasst unter anderem den Abbau des Reaktordruckbehälters sowie die Beseitigung des Gebäudes. Für das Teilprojekt muss geprüft werden, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen ist.

„Beim Rückbau unserer Kernkraftwerke verfolgen das Land Niedersachsen und wir das gleiche Ziel: Es soll sicher, professionell und effizient erfolgen. Und das gilt auch für die Entsorgung der Abfälle. Den Rückbau praktisch zu erläutern, Herausforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten zu diskutieren, stand im Mittelpunkt des fruchtbaren Austauschs heute in Lingen“, sagte Nikolaus Valerius, Vorstand der RWE Power AG. Für die längerfristige Zwischenlagerung solcher Abfälle werden derzeit im Kernkraftwerk Lingen existierende Räumlichkeiten sowie bereits bestehende externe Lagereinrichtungen genutzt.

Neben den Rückbauplanungen und -umsetzungen in Lingen wurden auch künftige Standortperspektiven diskutiert. Dazu Nikolaus Valerius: „Der Standort Lingen hat für RWE weiter hohe Bedeutung: Zum einen als zuverlässiger Stromlieferant mit dem Kernkraftwerk Emsland und dem Erdgaskraftwerk. Zum anderen arbeiten wir hier an der Entwicklung neuer Konzepte für die Energieversorgung der Zukunft.“

Neben Erdgaskraftwerk, Kernkraftwerk und dem Netzknotenpunkt Hanekefähr werden Zukunftstechnologien der Energiewende wie Power-to-Gas und Power-to-X, mit denen eine sektorübergreifende Nutzung von erneuerbarem Strom ermöglicht werden kann, durchdacht und erprobt.

In einer Gesprächsrunde zu den Zukunftsperspektiven des Energiestandortes Lingen tauschten sich Lies und Valerius am Nachmittag mit dem stellvertretenden Landrat des Landkreises Emsland, Martin Gerenkamp, sowie mit Dieter Krone, dem Oberbürgermeister der Stadt Lingen, aus. Dabei ging es darum, wie die bestehende Energie-Infrastruktur und die hervorragende Anbindungssituation des Standortes über die Laufzeit des Kernkraftwerks Emsland hinaus genutzt und die Industriestromversorgung dauerhaft weiterhin sicher gewährleistet werden kann.

„Die Energiewende müssen wir vorantreiben und bestmöglich unterstützten“, sagte Umweltminister Olaf Lies. „Es wäre wünschenswert, wenn sich der Standort zu einem Treiber der Energiewende entwickeln würde. Wir haben hier im Norden den Strom aus Erneuerbaren und hochqualifizierte Arbeitskräfte. Dieses Potenzial sollten wir ausbauen und nutzen.“ Lies erinnerte an die lange Tradition des südlichen Emsland als Energiestandort mit Kraftwerken und Raffinerien. „Es wäre doch schön, wenn es gelänge, hier nicht nur Erneuerbare Energien zu erzeugen und Offshorestrom anzulanden, sondern auch direkt in der Region zu nutzen. Beispielsweise könnte bei den guten Strom- und Gasnetzen Wasserstoff im südlichen Emsland erzeugt werden, der dann im Gassektor, in Raffinerien und im Verkehr genutzt wird. Niedersachsen ist auf dem Weg zum Energieland Nr. 1 und damit auch als Industrieland zukunftsfähig. Industrie folgt Energie. Und die Zukunftsenergie gibt es im Norden“, so Minister Lies abschließend.


Artikel-Informationen

10.08.2018

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