Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Programm zur Natürlichen Waldentwicklung vollendet: Zehn Prozent des Landeswaldes werden zu artenreichen Naturwäldern

Die niedersächsische Landesregierung hat in ihrer Sitzung am (heutigen) Dienstag mit der Entscheidung zum „NWE10"-Programm die natürliche Entwicklung auf zehn Prozent der Landeswaldflächen beschlossen. Auf einer Waldfläche von insgesamt 333 Quadratkilome­tern (33.320 Hektar) der Landesforsten und der Domänen- und Moorverwaltung entwickeln sich nun vom Holzeinschlag ungestörte Naturwälder. Mit dem Projekt „Natürliche Waldent­wicklung (NWE)Natürliche Waldent­wicklung (NWE)" leistet Niedersachsen einen wichtigen Beitrag zur „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS)". Forstminister Christian Meyer sagte zu der Entscheidung, nicht alle Länder erfüllten die Anforderungen der NBS so vorbildlich wie Niedersachsen.

Naturwälder zu schaffen sei Teil der Umsetzung einer Vision zum Schutz der natürlichen Ar­tenvielfalt, sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel. Der Zustand der Umwelt und die Bedrohung vieler Arten zeige aber auch, dass der Weg noch weit sei. Minister Meyer ergänzte, seit jeher sei die Waldwirtschaft auch auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, um stets über genügend nachwachsende Bestände zu verfügen. „Aber die Natur braucht auch Frei­räume, die wir ihr nun zurückgeben", sagte Meyer. Die Baumbestände in den NWE-Gebieten könnten nun besonders alt werden und eines Tages natürlich zerfallen. Davon würden die vielen im Wald beheimateten Tier- und Pflanzenarten, ihre Lebensräume und die genetische Vielfalt profitieren.

Im Jahr 2013 waren erst fünf Prozent des Landeswaldes ungenutzt. 2015 waren es durch das erste Auswahlverfahren bereits acht Prozent. Mit dem jetzigen Beschluss hat die Lan­desregierung nach umfangreicher Beteiligung insbesondere der Umweltverbände die Flä­chenkulisse in 45 ausgewählten Waldgebieten um 5.150 Hektar erweitert und damit die Lü­cke bis auf 10 Prozent des öffentlichen Waldes geschlossen. Für den Lückenschluss wurden Vorschläge im Rahmen einer Bürgerbeteiligung berücksichtigt. Unter anderem wird die Forstwirtschaft nun auf weiteren 2.800 Hektar Flächen des Nationalparks Harz ruhen. Mit Aufhebung des 500 Meter breiten „Borkenkäfer-Sicherungsstreifens" kann die Nationalpark­verwaltung ihre Naturdynamikzone sukzessive erweitern. Aber auch viele kleinere ökologisch wertvolle Bestände und biologische „Hotspots" in allen Landesteilen sind Bestandteil der Flä­chenkulisse. Naturnahe Laubholzbestände, vor allem mit Buche, sind anteilig besonders gut vertreten.

Die neuen Naturwald-Flächen finden Sie hier .

Die bisher ausgewiesenen Flächen finden Sie hier: https://www.nw-fva.de/NWE5ip/

Artikel-Informationen

26.09.2017

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