Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz

Revision im Atomkraftwerk Emsland abgeschlossen

Pressemitteilung Nr. 60/2013

HANNOVER. Nach dem Abschluss der diesjährigen Anlagenrevision ist das Kernkraftwerk Emsland (KKE) in Lingen seit heute wieder am Netz. Während der Revision, die am 19.05.2013 begonnen hatte, sind 44 von insgesamt 193 Brennelementen im Reaktorkern gegen neue ausgetauscht worden. Zwölf dieser 44 Brennelemente sind MOX-Brennelemente.

Die kurzfristig veranlasste Überprüfung des Einsatzes dieser zwölf neuen sowie der 36 teilabgebrannten MOX-Brennelemente durch Experten des Landes und des TÜV Nord EnSys Hannover hat in einer ersten Phase im Zuge der Revision ergeben, dass mit einem Verzicht auf deren Einsatz nach Auffassung der Gutachter kein entscheidender Beitrag zur weiteren Vorsorge gegen Risiken für die Allgemeinheit erreicht werden kann. Der Einsatz war nach der geltenden Rechtslage nicht zu verhindern. Im Laufe des Jahres soll in einer zweiten vertieften Prüfungsphase die grundsätzliche Frage des Einsatzes von MOX-Brennelementen in niedersächsischen Kernkraftwerken geklärt werden.

Zudem fand während des Stillstands eine Vielzahl von routinemäßigen Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen statt. Im Zusammenhang mit der Anlagenrevision wurden dem Umweltministerium zwei meldepflichtige Vorkommnisse der Kategorie N (Normal) angezeigt:

1. Bei Wartungsarbeiten in der Revision stand das Anlassventil eines von vier Notstromdieseln kurzzeitig nicht zur Verfügung. Als Folge dieser nicht korrekten Freischaltung wäre der Diesel im Anforderungsfall nicht automatisch gestartet worden. Der Fehler wurde umgehend beseitigt. Der Betreiber wird hierzu eine vertiefte Ereignisanalyse durchführen.

2. Das zweite Vorkommnis betraf Oberflächenbefunde an Schrauben, die durch zerstörungsfreie Materialprüfungen entdeckt wurden. Weitere Überprüfungen der Schrauben bestätigten, dass die betroffenen Schrauben ihre Aufgaben auch mit dem Befund ohne Einschränkung erfüllt haben. Sie wurden ausgewechselt. Der Befund wurde im Rahmen eines Überprüfungsprogramms für diese Art von Schrauben festgestellt. Über Details des Programms wird das Niedersächsische Umweltministerium betriebsbegleitend weiter entscheiden.

Beide Ereignisse waren unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala INES einzustufen (Stufe 0).

Alle für die nukleare Sicherheit bedeutsamen Revisionsarbeiten wurden vom Niedersächsischen Umweltministerium und zugezogenen Sachverständigen des TÜV Nord EnSys Hannover, dem Germanischen Lloyd und der Stangenberg und Partner Ingenieurbau GmbH kontrolliert und überwacht.

Artikel-Informationen

erstellt am:
06.06.2013

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