Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Fördermaßnahme "Mehrjährige Schonstreifen für Ackerwildkräuter" (FM BS 3)

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(Für die Fördermaßnahme (FM) kann 2017 ein Antrag auf Förderung gestellt werden.

Neue Anträge oder die flächenmäßige Erweiterung einer bestehenden Verpflichtung (sowohl bis zu 50 % als auch darüber hinaus) sind möglich, sofern die zuständige untere Naturschutzbehörde bei der Festlegung der konkreten Flächenlage beteiligt wird. Es sind jedoch nur Streifen und keine anderen Flächenzuschnitte zulässig.)

Ackerwildkräuter wachsen neben den Nutzpflanzen wie z.B. Getreide jährlich in der Kulturlandschaft auf Feldern. Zum Wachstum benötigen sie die Bearbeitung des Bodens. Ohne Umbruch würden die meisten Ackerwildkräuter von konkurrenzstärkeren, oft mehrjährigen Pflanzen verdrängt. Mit der Entwicklung des Ackerbaues in der Jungsteinzeit wurde ein Lebensraum für Ackerwildkräuter und die von ihnen lebenden Tiere in Niedersachsen geschaffen. Die höchste Artenvielfalt an Ackerwildkräutern existierte in der vorindustriellen Landschaft.

Der Lebensraum für Ackerwildkräuter und -gesellschaften ist in Niedersachsen durch die Bewirtschaftung mit hohen Düngermengen, Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder Reinigung des Saatgutes in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen.

Insbesondere auf ertragsschwachen Standorten, auf denen nur noch geringe Restvorkommen vorhanden sind, sollen sich durch eine extensive Bewirtschaftung wieder vollständige Pflanzengesellschaften herausbilden. Auch für Tierarten wie Rebhühner, Feldlerchen und Insekten soll eine Verbesserung der Lebensbedingungen erzielt werden.

Kornblume  
Kornblume
Feldlilie  
Feldlilie

Gefördert wird die Extensivierung von Anbauverfahren auf Ackerland zum Erhalt von vom Aussterben bedrohter und stark gefährdeter Pflanzenarten und -gesellschaften (z.B. Adonisröschen, Feldrittersporn, Lämmersalat). Im Rahmen einer 5-jährigen Verpflichtung sind mehrjährige Schonflächen anzulegen und nach bestimmten Bedingungen zu bewirtschaften.

Die Schonstreifen müssen mindestens sechs und maximal 30 m breit sein.

Die betreffenden Flächen sind jährlich mit Getreide (außer Mais) oder Raps ohne Untersaat als Hauptfrucht zu bestellen. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln, die Stickstoff enthalten, ist untersagt.

Gefördert werden können Ackerflächen innerhalb einer festgelegten und jährlich angepassten Förderkulisse. Hierbei handelt es sich um Flächen, von denen bekannt ist, dass auf ihnen die entsprechenden Pflanzenarten oder -gesellschaften vorkommen. Die derzeit gültige Förderkulisse können Sie hier einsehen.

Für den Verzicht auf Ernte und der stattdessen erfolgenden Einarbeitung des Aufwuchses in den Boden oder dem Stehenlassen des Aufwuchses bis zur nachfolgenden Sommerung wird ein jährlicher Zuschlag gewährt.

Sonstiges

Weitere Fragen zu den konkreten Bewirtschaftungsbedingungen und Förderhöhen entnehmen Sie bitte dem zum Download beigefügten jeweiligen Merkblatt (s.o.) oder wenden sich an die für Sie zuständige UNB bzw. die für Sie zuständige Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Informationen insbesondere zur administrativen Abwicklung, wie z.B. zu Allgemeinen Teilnahmebedingungen, Antragsformularen, Muster für förderspezifische Aufzeichnungen einschl. erläuterndem Merkblatt, Frage-Antwort-Katalog etc. finden Sie auf den Seiten des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

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