Die in Deutschland festgelegten, international anerkannten Grenzwerte sorgen für den Schutz von Personen. Es ist eine der Aufgaben der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP), die Einhaltung der Grenzwerte zu überwachen. Sie wird schon im Vorfeld der Erteilung einer Betriebserlaubnis für eine ortsfeste Funkanlage durch die Standortbescheinigung sichergestellt ((Verlinken zu Meldepflicht gegenüber Behörden)). Die Reg TP ist darüber hinaus verpflichtet, die Funktionalität des Standortverfahrens durch regelmäßige EMF-Messreihen (EMF: elektromagnetische Felder) zu dokumentieren.
Deshalb führen Mitarbeiter der Behörde stichprobenartig an ausgewählten Orten Kontrollmessungen durch. Die Kriterien für die Auswahl der Messpunkte richten sich hauptsächlich nach der Art der Nutzung. So überprüft die Reg TP vor allem Standorte in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Seniorenheimen oder stark frequentierten öffentlichen Plätzen. Darüber hinaus können die Umweltministerien der Länder im Rahmen der EMF-Messreihen ebenfalls Messorte bestimmen.
Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in der EMF-Datenbank der Reg TP abgelegt. Sie ist über das Internet unter www.Reg TP.de öffentlich zugänglich und enthält alle Standorte von Funkanlagen, die vor der Inbetriebnahme eine Standortbescheinigung der Reg TP zum Nachweis der Einhaltung der Personenschutzgrenzwerte benötigen. Amateurfunkstellen sowie militärische Anlagen sind aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht in der Datenbank enthalten.
Der Qualitätsmaßstab für die in der EMF-Datenbank enthaltenen Messungen ist die Vorschrift Reg TP MV 09 EMF03, die mit den Umweltministerien der Länder abgestimmt ist. Messungen Dritter finden nur dann Berücksichtigung, wenn sie diesem Qualitätsmaßstab entsprechen und von einem Umweltministerium der Länder in Auftrag gegeben wurden.
2. Landesweite Mobilfunkmessreihe in Niedersachsen
Unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Umweltministeriums führt das Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) in Niedersachsen von April bis Juni 2005 eine Messkampagne durch, die die Immissionen in der direkten Umgebung von Mobilfunksendeanlagen offen legen soll. Die Messreihe, die unter dem Motto "Sicherheit durch Transparenz – TÜV Nord und IZMF stellen Mobilfunk auf den Prüfstand" steht, schließt an die in den vergangenen Jahren erfolgreich durchgeführten Kampagnen in Nordrhein-Westfalen (2003) und Hessen (2004) an.
In Kooperation mit dem Niedersächsischen Städtetag, dem Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund sowie dem Niedersächsischen Landkreistag wurden insgesamt 25 Kommunen ausgewählt, in denen Messungen stattfinden (Braunschweig, Delmenhorst, Gifhorn, Goslar, Göttingen, Hameln, Hannover, Laatzen, Hildesheim, Holzminden, Jever, Lingen, Lüneburg, Oldenburg, Osterode am Harz, Osnabrück, Verden, Rinteln, Soltau, Stade, Syke, Westerstede, Winsen, Wolfsburg sowie Borkum). Um ein Höchstmaß an Neutralität zu garantieren, wurden die Kommunen aufgefordert, die Antennenstandorte, die untersucht werden sollen, selbst zu benennen.
Das mit dem Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Hannover abgestimmte Messkonzept zielt darauf ab, typische Expositionsszenarien zu untersuchen, um aus den konkreten Immissionswerten Abschätzungen für vergleichbare Standorte abzuleiten. Untersucht werden folgende Szenarien:
- Ausbreitungsverhalten der elektromagnetischen Felder im Nahbereich
- Höhenabhängigkeit
- Gebäudedämpfung
- Mobilfunk im Vergleich zu anderen HF-Quellen
- Feldverteilung in der Umgebung von UMTS-Antennen
- 24-Stunden Langzeitmessung
Weil im Mittelpunkt des Interesses der Bürgerinnen und Bürger in erster Linie die Frage steht, ob sie und ihre Kinder in typischen Aufenthaltsbereichen, wie beispielsweise in Wohnräumen, Kindergärten und Schulen, einer erhöhten Belastung durch elektromagnetische Felder ausgesetzt sind, werden bei den Messungen explizit auch die Feldverteilung in Innenräumen berücksichtigt. Damit liefern die Messergebnisse einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn zu den von der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (Reg TP) durchgeführten Kontrollmessungen im Außenbereich. Um ein Höchstmaß an Transparenz und eine zuverlässige Vergleichsbasis der gewonnen Messergebnisse zu gewährleisten, kommt auch bei den vom Informationszentrum Mobilfunk e.V. in Auftrag gegebenen Außenmessungen die Reg TP Messvorschrift zum Einsatz.