Wie gut ist die Qualität von Wasser, Luft und Boden, welche Veränderungen gibt es in Natur und Landschaft? Wie viel Abfall produziert jeder Mensch und was passiert mit dem Müll? Antwort auf diese Fragen gibt der vorliegende Bericht zum Umweltzustand in Niedersachsen. Sich selbst ein Bild über die Umweltqualität zu machen, über Fortschritte und negative Entwicklungen genauso wie über sich abzeichnende neue Probleme, ist ein Anrecht der mündigen Bürgerinnen und Bürger; die Wirksamkeit von umweltpolitischen Maßnahmen zu überprüfen, ist zudem Anspruch derjenigen, die über die Geschicke des Landes entscheiden.
Der Umweltbericht für Niedersachsen wird beidem gerecht: Mit Daten und Fakten aus der systematischen und kontinuierlichen Umweltbeobachtung ist er ein Nachschlagewerk für interessierte Bürgerinnen und Bürger, für Politik und Verwaltung liefert er eine objektive Grundlage für Entscheidungen. Das Land Niedersachsen erfüllt mit dem Bericht zugleich die Pflicht aus der EU-Richtlinie über den "Zugang der Öffentlichkeit zu Umweltinformationen". Diese fordert dazu auf, Informationen zum Umweltzustand systematisch aufzubereiten und sie aktiv in der Öffentlichkeit zu verbreiten.
Der Umweltbericht 2006 knüpft an seinen Vorgänger aus dem Jahr 2001 an und erfasst den Zeitraum von etwa 1999 bis zum Jahr 2004/2005, zum Teil auch darüber hinaus. Er schreibt die Daten und Fakten allerdings nicht nur fort, sondern greift zusätzlich Themen auf, die neben den klassischen Schutzgütern in den vergangenen Jahren stärker ins Blickfeld geraten sind: globale Umweltprobleme wie die Klimaänderung und komplexe Prozesse wie Versauerung und Eutrophierung. Sie ziehen sich durch alle Umweltmedien und bewirken schleichende Veränderungen in der Luft, im Grundwasser, in Flüssen und Seen, im Boden und bei Tieren und Pflanzen. Die Gliederung des Umweltberichts spiegelt diese neuen Problemstellungen wider; ein weiterer Themenkomplex befasst sich mit Faktoren wie Energie, Verkehr, Land- und Forstwirtschaft, die die Umwelt in Anspruch nehmen und beeinflussen. Diese veränderte Struktur wird den Ansprüchen einer modernen Umweltberichterstattung gerecht. Eine niedersächsische Besonderheit ist der Themenkreis Küste: Die dreihundert Kilometer lange Region mit Wattenmeer, Nordsee und den Mündungsbereichen von Ems, Weser und Elbe wird im Hinblick auf ihren Naturhaushalt, die an sie gestellten Nutzungsansprüche und eine integrative nachhaltige Entwicklung erstmals gesondert betrachtet.
Eine Gesamtschau auf den Umweltzustand in Niedersachsen, die lesbar und verständlich sein will, muss sich auf repräsentative Daten und Fakten beschränken. Neben der gedruckten Ausgabe ist der Umweltbericht für alle, die die Informationen digital benötigen und weiter verwenden wollen, als CD-ROM erhältlich. Darüber hinaus geht die Internetfassung unter www.umwelt.niedersachsen.de. Hier werden die Daten und Fakten des Umweltberichts 2006 zum einen mit weiteren Informationsquellen verknüpft. Zum anderen weist die Online-Version bereits auf die Form zukünftiger Umweltberichterstattung hin: Sie soll kontinuierlich aktualisiert und als dynamischer Umweltbericht bereitgestellt werden. Dieser kann die bisher großen Abstände zwischen den statischen Publikationen überbrücken und sie möglicherweise langfristig ersetzen.
Der Umweltbericht 2006 ist das Werk von mehr als 100 Autorinnen und Autoren aus über 20 Dienststellen des Landes und weiteren Institutionen. Die Gesamtredaktion lag im Umweltministerium. Ich danke allen Mitwirkenden für ihr Engagement und die gelungene Zusammenarbeit.
Den Leserinnen und Lesern wünsche ich eine interessante und aufschlussreiche Lektüre.
Hans-Heinrich Sander, Niedersächsischer Umweltminister