"Klimawandel - Herausforderung für Staat und Gesellschaft" ist der Titel eines Strategiepapiers für Niedersachsen, das Umweltminister Hans-Heinrich Sander am 07. Oktober 2008 vorgestellt hat.
"Der Klimawandel ist Realität. Wichtig ist dabei, dass wir uns frühzeitig und angemessen auf die zu erwartenden Veränderungen vorbereiten", erklärte der Minister. Niedersachsen habe daher einen Fahrplan für die weitere Umsetzung einer Anpassungsstrategie entwickelt. "Das soll die Basis für eine breite gesellschaftliche Diskussion in ganz Niedersachsen sein", sagte Sander. "Auch wenn die Prognosen zur künftigen Klimaentwicklung noch sehr unsicher sind: Die Folgen des Klimawandels verändern die Lebensbedingungen für uns alle, darauf müssen wir uns vorbereiten. Wichtig ist auch, dass wir die Chancen nutzen, die sich hierbei ergeben."
Regionale Klimaszenarien für Niedersachsen werden dabei ebenso betrachtet wie die Auswirkungen und Maßnahmen für den Hochwasser- und Küstenschutz, den Naturschutz und die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, die Fischerei sowie für den Tourismus. Und nicht zuletzt kann der Klimawandel direkten Einfluss auf die Gesundheit haben, vor allem durch vermehrte Hitzeperioden und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten.
Besondere Bedeutung für Niedersachsen als Küstenland haben die Auswirkungen des Klimawandels auf Küstenschutz und Deichsicherheit. Auch wenn die Aussagen der Klimaforschung zur künftigen Höhe des Meeresspiegelanstieges noch mit größeren Unsicherheiten behaftet sind, zeichnet sich bis zum Ende des Jahrhunderts im globalen Mittel ein Anstieg von 18 bis 59 Zentimeter ab. Als erste Maßnahme hat die Landesregierung daher bei der Sollhöhe von Küstenschutzanlagen ein zusätzliches Vorsorgemaß für einen Meersspiegelanstieg von 50 Zentimetern eingeführt.
Anpassung dürfe allerdings nicht bedeuten, die Anstrengungen zur Vermeidung von Treibhausgasen zurückzufahren. "Im Gegenteil: Je weniger und später reduziert wird, desto schwieriger und teurer wird die Klimaanpassung", betonte der Minister. Klimaschutz und Klimaanpassung seien daher zwei Seiten derselben Medaille.
"Das Strategiepapier ist inhaltlicher Startpunkt für die Regierungskommission Klimaschutz", fügte Sander hinzu. Geplant sei, den zweiten Teil des Klimaprogramms für Niedersachsen Ende des Jahres fertig zustellen. "Es wird die Eckpunkte einer Klimaschutzstrategie und die konkrete Schritte zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen in Niedersachsen enthalten", kündigte Sander an. "Dabei werden erste Ergebnisse der Beratungen der Regierungskommission Klimaschutz berücksichtigt sein."