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Umsetzung von Natura-2000
Sander: Niedersachsen vorn bei Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt

Pressemitteilung Nr. 92/2009

HANNOVER. Was konkret ist in den gemeldeten Natura-2000 Gebieten an Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen zu tun? In Niedersachsen beginnt eine neue Phase im Rahmen der Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. "Zur Unterstützung der Landkreise und Städte haben wir ausführliche Vollzugshinweise erarbeitet. Dies ist Grundlage für die unteren Naturschutzbehörden, um vor Ort die erforderlichen Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen für Arten und Lebensräume umzusetzen", erklärte Umweltminister Hans-Heinrich Sander am (heutigen) Montag. "Niedersachsen liegt bei der Umsetzung von Natura-2000 vorn – auch im Vergleich zu anderen Bundesländern."

Niedersachsen hat in den vergangenen Jahren insgesamt 71 Vogelschutzgebiete und 385 FFH-Gebiete als Natura-2000 Gebiete an die Europäische Kommission gemeldet. Die EU-Richtlinien verlangen, dass in jedem einzelnen dieser Gebiete die wertbestimmenden Arten und Lebensräume zu erhalten sind, auch sind sie zu entwickeln, wenn sie bedroht sind. Zuständig hierfür sind die unteren Naturschutzbehörden. "Die Niedersächsische Fachbehörde für Naturschutz steht den Städten und Landkreisen hierbei beratend zur Seite", fügte Heike Bockmann hinzu, die seit Mai 2009 neue Leiterin des NLWKN-Geschäftsbereiches Naturschutz ist und gleichzeitig stellvertretende Direktorin des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Bestandsrückgängen entgegenzuwirken und die Situation der Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen auf Dauer zu verbessern – dies sei eine der Hauptaufgaben der Niedersächsischen Naturschutzverwaltung, so Bockmann.

"Besonderen Wert legen wir auf die praktische und finanzielle Umsetzbarkeit", erläuterte der Minister. Konkret ausgeführt werde in den Vollzugshinweisen daher, mit welchen Instrumenten die vorgegebenen Ziele von den zuständigen Behörden und anderen Beteiligten am besten erreicht werden können: durch Vertragsnaturschutz oder Flächenankäufe, durch Ausweisung von Schutzgebieten oder lebensraumgestaltende Maßnahmen (z. B. Wiederherstellung von Mooren und Renaturierung von Fließgewässern und Auen).

Insgesamt wurden in Niedersachsen bereits 764 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 251.000 Hektar ausgewiesen. Für 2010 wurden beim Vertragsnaturschutz auf Grünland und Acker auf rund 40.000 Hektar Verträge mit Landwirten abgeschlossen sowie beim Wald rund 200 Verträge auf ca. 2.000 Hektar.

"Zur Finanzierung von Natura 2000 und der biologischen Vielfalt setzen wir in diesem Jahr insgesamt rund 25 Millionen Euro Landes- und EU-Mittel ein", sagte Sander abschließend. So zum Beispiel

• für Vertragsnaturschutz und Erschwernisausgleich ca. 11,4 Millionen Euro,

• zur Umsetzung praktischer Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen ca. 2,6 Millionen Euro.

• für Naturschutzprogramme (z.B. Moorschutzprogramm, Weißstorchprogramm) ca. 4,4  Millionen Euro,

• im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden ca. 1 Million Euro und

• für insgesamt 32 Projekte "Natur erleben" ca. 2,9 Millionen Euro.

 

 

 

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