In Niedersachsen sind rund 99 Prozent der Bürgerinnen und Bürger an eine zentrale Wasserversorgung angeschlossen. Dabei haben sich die Städte und Gemeinden dieser Aufgabe als freiwillige Leistung der Daseinsvorsorge angenommen und in der Regel die Aufgabe entweder selbst wahrgenommen oder gründeten mit Nachbargemeinden Wasserversorgungsverbände. In Niedersachsen gibt es 243 Wasserversorgungsunternehmen, die Trinkwasser an Verbraucher abgeben. Von diesen geben 159 Unternehmen täglich mehr als 1.000 m³ an Verbraucher ab (Quelle LGA 2009).
Über Jahrzehnte fand die Wasserversorgung in Niedersachsen mit ihren gewachsenen Strukturen in einem stabilen Rahmen statt und stand außerhalb jeder Diskussion. Diese Situation hat sich jedoch in den vergangenen Jahren geändert. Mit der Öffnung der Märkte für Telekommunkation, Strom und Gas begann auch die Diskussion um die Wettbewerbsfähigkeit der niedersächsischen Wasserversorgung. Die Wettbewerbskraft der niedersächsischen Wasserversorgungsunternehmen gilt es zu stärken. Dazu werden systematische Vergleiche auf der Basis von Kennzahlen (Benchmarking) empfohlen, die es den Unternehmen erlauben, Optimierungspotentiale zu erschließen.
Zum Zwecke der öffentlichen Wasserversorgung wurden 2004 in Niedersachsen rund 560 Millionen m³ Wasser gefördert. Das Wasser wurde zu rund 87 Prozent aus dem Grundwasser gefördert, während die restlichen Mengen überwiegend aus den Harztalsperren abgeleitet wurden. Das in Niedersachsen geförderte Grundwasser ist von hoher Qualität und entspricht in der Regel ohne weitere Aufbereitung den strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Damit das auch so bleibt, hat der Schutz der Trinkwasserressourcen eine hohe Priorität. Dabei ist die Kooperation mit der Land- und Forstwirtschaft von herausragender Bedeutung.
Der Wasserverbrauch der Haushalte hat in den letzten Jahren sehr stark abgenommen. Dies ist vor allem auf den Einsatz wassersparender Haustechnik zurückzuführen. Der Wasserverbrauch im Haushalt beträgt in Deutschland rund 125 Liter pro Einwohner und Tag. Das meiste Wasser wird hierbei für Duschen und Baden sowie für die Toilettenspülung benötigt.
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