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Sachstandsinformation zum Kernkraftwerk Lingen (KWL)

Standort:

Lingen (Ems), Ortsteil Darme

Reaktortyp/ Hersteller:

Siedewasserreaktor (SWR) / AEG

Nennleistung:

ehemals 520 MWtherm. / 252 MWel. brutto / 240 MWel. netto

Inbetriebnahme:

1968

Abschaltung:

1977

Betreiberin:

Kernkraftwerk Lingen GmbH
[Tochterunternehmen der RWE Power AG]





Betriebsweise:

Sicherer Einschluss

Die kernbrennstofffreie Anlage wurde gemäß dem Genehmigungsbescheid vom November 1985 stillgelegt und befindet sich seit März 1988 im Sicheren Einschluss (nach Abschluss entsprechender Herstellungsmaßnahmen).
Der sichere Einschluss umfasst im Wesentlichen das Reaktorgebäude, den Verbindungsbau und das Reaktorhilfsanlagengebäude.
Ein Großteil an Gebäuden und Einrichtungen (z. B. das Maschinenhaus und das Lager für feste Abfälle) wurden aus der atomrechtlichen Aufsicht entlassen und wurde entweder abgebaut oder wird anderweitig genutzt.
Gemäß dem Genehmigungsbescheid vom November 1997 erfolgen Umbau- und Optimierungsmaßnahmen, insbesondere um Betriebsabfälle hinsichtlich der späteren Endlagerung zu konditionieren.
Gemäß dem Genehmigungsbescheid vom September 2008 wurde der Fortluftkamin ersetzt.
Gemäß dem Genehmigungsbescheid vom Dezember 2015 wurde das Teilprojekt 1 des Abbaus gestattet, es umfasst im Wesentlichen die Anpassung der Infrastruktur für den Abbau und den Abbau der nicht mehr erforderlichen kontaminationsfreien und kontaminierten Anlagenteile.


Meldepflichtige Ereignisse:

Ausschließlich Ereignisse der untersten Meldekategorie N (normal) und der Stufe 0 der internationalen Bewertungsskala (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung), die nur wenig über routinemäßige betriebstechnische Betriebsvorgänge hinausgehen, aber zur Erkennung und Behebung von Schwachstellen bereits im Vorfeld erfasst und ausgewertet werden.


Brennelementabtransporte:

Die bestrahlten Brennelemente wurden vor der Stilllegung aus der Anlage zur Wiederaufarbeitung nach Sellafield (Großbritannien) abtransportiert und dort bis 2002 vollständig aufgearbeitet.


Erteilte Genehmigungen:

Genehmigungsbescheid I/1985 zur Stilllegung des Kernkraftwerkes Lingen sowie zur Herbeiführung und zum Betrieb des Sicheren Einschlusses und zur Nutzungsänderung von Anlagenteilen sowie zum Abbau einzelner Komponenten vom 21.11.1985.
Genehmigungsbescheid I/1997
für das stillgelegte Kernkraftwerk Lingen zur Änderung der stillgelegten Anlage, des Sicheren Einschlusses und des Betriebes des Sicheren Einschlusses zum Zwecke der Entsorgung der sich im Sicheren Einschluss befindenden Betriebsabfälle vom 14.11.1997.
Genehmigungsbescheid I/2008 für das stillgelegte Kernkraftwerk Lingen zum Ersatz des Fortluftkamins vom 26.09.2008. Kurzfassung
Genehmigungsbescheid 1/2015 für den Abbau [Teilprojekt 1] vom 21.12.2015.


Genehmigungsverfahren:

Das atomrechtliche Genehmigungsverfahren soll in zwei Teilprojekten mit jeweils eigenem Genehmigungsbescheid abgewickelt werden.
Der Genehmigungsbescheid für das erste Teilprojekt des Abbaus wurde am 21.12.2015 erteilt. Es umfasst im Wesentlichen die Anpassung der Infrastruktur für den Abbau und den Abbau der nicht mehr erforderlichen kontaminationsfreien und kontaminierten Anlagenteile.
Das zweite Teilprojekt soll im Wesentlichen den Abbau der aktivierten Anlagenteile (insbesondere Reaktordruckgefäß mit Einbauten und Biologischer Schild) umfassen. Nach der Entlassung aus der atomrechtlichen Überwachung soll der Abbruch der Restanlage schließlich konventionell erfolgen.
Ein Antrag für das zweite Teilprojekt des Abbaus liegt noch nicht vor.

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