Fischotter brauchen sauberes Wasser, genügend Nahrung und am Rande von Bächen, Flüssen und Seen geeigneten Lebensraum. Zu Beginn der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts schien das Schicksal des Fischotters in Niedersachsen besiegelt zu sein. Eine landesweite Bestandserhebung ergab 1991/1992, dass nur noch an 18 Stellen zwischen Elbe und Aller Spuren dieses vom Aussterben bedrohten schönen Wassermarders zu finden waren. Im Auftrage des Niedersächsischen Umweltministeriums wurden entlang von naturnahen Gewässern in den verschiedenen Bezirken Lüneburg, Braunschweig und Weser-Ems systematisch große zusammenhängende Flächen mit einer Ausdehnung von insgesamt 1.840 Hektar mit dem Ziel aufgekauft worden, diese Gebiete wieder einer natürlichen vom Menschen unbeeinflussten Entwicklung zu überlassen.
Eine Erfolgskontrolle, die im Winterhalbjahr 2000/2001 durchgeführt wurde, hat ergeben, dass es tatsächlich gelungen ist, den Fischotter zu retten. Die Aktion Fischotterschutz konnte wieder an 118 Standorten Fischotter feststellen. Aus den beigefügten Karten ist ersichtlich, dass fast alle für den Fischotter geeigneten Lebensräume zwischen Elbe und Aller wieder besiedelt worden sind, dass im Regierungsbezirk Weser-Ems, wo man den Fischotter 1991/1992 für ausgestorben hielt, diese Tiere wieder leben und die Art sich schneller als selbst von Experten vermutet in Richtung Südniedersachsen wieder ausbreitet. Das Fischotterprogramm hat aber nicht nur dem Fischotter selbst genutzt. Sein Vorkommen ist jeweils ein untrügliches Zeichen dafür, dass es allen wild lebenden Tieren und Pflanzen, die den gleichen Lebensraum besiedeln, wieder besser geht.