Grundlagen
Schall wird zu Lärm, wenn er Menschen beeinträchtigt. Dabei können Hörschäden auftreten sowie Schlaf, Erholung und Kommunikation beeinträchtigt werden. Lärm erhöht zudem das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen.
Das Ausmaß der Beeinträchtigungen hängt nicht nur von akustischen Merkmalen und der Art des Geräusches ab, sondern auch von einer Vielzahl weiterer Faktoren: Die individuellen Reaktionen werden von Ort und Zeitpunkt der Schalleinwirkung sowie von subjektiven Faktoren der Betroffenen bestimmt. Neben seelischer und körperlicher Verfassung hängt die empfundene Beeinträchtigung unter anderem davon ab, wie empfindlich die Betroffenen gegenüber dem Lärm sind, und wie sehr sie an ihn gewöhnt sind.
Die subjektiv empfundene Lärmbeeinträchtigung hat nach Untersuchungen des Umweltbundesamtes 2004 (Umweltbewusstsein, 2004) im Vergleich zu 2002 insgesamt abgenommen.
Lärmbelästigung
Lärmbelästigung
[Umfrage in Deutschland: Wie groß war die Lärmbelästigung in den letzten 12 Monaten (Quelle: UBA)]
Wird jedoch danach gefragt, welche Fortschritte die Bekämpfung des Lärms gemacht hat, so gibt ungefähr jeder vierte Befragte an, dass es eher schlimmer geworden sei.
Fortschritte im Lärmschutz
Fortschritte im Lärmschutz
[Umfrage in Deutschland 2004: Wie groß sind die Fortschritte in Bereichen des Umweltschutzes? (Quelle: UBA)]
Mithilfe objektivierbarer Einflussfaktoren kann jedoch das Ausmaß der Lärmwirkungen abgeschätzt werden. Damit wird beurteilt, ob angestrebte Schutzziele (zum Beispiel die Vermeidung erheblicher Belästigungen oder die Gewährleistung einer guten Sprachverständlichkeit) erreicht werden. Beispiele für Umweltgeräusche mit ihren Schalldruckpegeln und ihren Wirkungen in der Umwelt sind in der Grafik angegeben.
Pegelbereich für Geräusche
Pegelbereich für Geräusche
[Pegelbereich für Geräusche in der Umwelt (Quelle: SRU)]
Schallpegel
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Als akustische Kenngröße und zur Beschreibung der Wirkungen des Schalls auf Menschen dient der Schall(druck)pegel. Der hörbare Bereich umfasst die Schalldruckpegel von 10-5 bis 102 Pascal (Pa); dies entspricht auf der Dezibel-Skala 0 bis 140 Dezibel (dB). Die Schallwahrnehmung hängt nicht nur vom Schalldruck, sondern auch von der Tonhöhe, das heißt von der Schwingungsfrequenz der Schallwellen ab. Wahrnehmbar sind Frequenzen von 16 Hz bis 20 kHz. |
Geräuschwirkung
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Die Wirkung von Geräuschen lässt sich in drei getrennt zu betrachtende Bereiche aufteilen:
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Mit der EU-Umgebungslärmrichtlinie 2002/49/EG (Umgebungslärmrichtlinie, 2002) hat die Europäische Union erstmals eine Regelung zu Schallimmissionen getroffen. Sie wurde mit dem Gesetz zur Umsetzung der EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm vom 24.6.05 in deutsches Recht umgesetzt. Die Richtlinie zielt darauf ab, schädliche Umwelteinwirkungen durch Umgebungslärm zu vermeiden und zu vermindern. Dazu werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, für bestimmte Gebiete und Schallquellen strategische Lärmkarten zu erstellen, die Öffentlichkeit über die Schallbelastungen und die damit verbundenen Wirkungen zu informieren, Aktionspläne aufzustellen, wenn bestimmte festgelegte Kriterien zur Vermeidung schädlicher Umwelteinwirkungen oder zum Schutz und Erhalt ruhiger Gebiete nicht erfüllt sind und die EU-Kommission über die Schallbelastung und die Betroffenheit der Bevölkerung zu informieren. Die Umsetzung erfolgt in 2 Stufen.
Zeitplan zur Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie
Zeitplan zur Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie
[Für die Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie sind mehrere Jahre vorgesehen.]
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