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Umgang mit radioaktiven Stoffen in Medizin, Forschung und gewerblicher Wirtschaft

Radioaktive Stoffe werden gezielt in Medizin, Forschung und gewerblicher Wirtschaft eingesetzt. Um unter anderem die Menge an radioaktivem Abfall und die Strahlenbelastung der Umwelt zu minimieren, werden nach Möglichkeit nur Radionuklide mit kurzen Halbwertszeiten eingesetzt.

Die Zahl der Anwender radioaktiver Stoffe liegt in den letzten fünf Jahren relativ konstant bei etwa 300 im Bereich Medizin und Forschung und etwa 600 im Bereich der gewerblichen Wirtschaft.

Anwender radioaktiver Stoffe

Anwender radioaktiver Stoffe
Anwender radioaktiver Stoffe

[Verwender radioaktiver Stoffe in Niedersachsen (Quelle: BMU)]

Bei den eingesetzten radioaktiven Stoffen, vor allem im Bereich gewerbliche Wirtschaft, handelt es sich überwiegend um radioaktive Stoffe in einer dichten Umhüllung. Diese umschlossenen Strahler werden in festgelegten Zeitabständen auf Undichtigkeiten überprüft. Im Jahr 2004 waren alle überprüften Umhüllungen dicht, so dass keine radioaktiven Substanzen nach außen gelangen konnten.

Vor allem in der Nuklearmedizin werden auch offene radioaktive Stoffe verwendet, so zum Beispiel Medikamente, die Radioisotope enthalten. Bei dem Einsatz von Radioisotopen wie Iod-131 sind Abgaben der Radioisotope, zum Beispiel durch Ausatmen der Patienten, unvermeidbar. Deshalb wird die Abluft nuklearmedizinischer Abteilungen in der Regel gefiltert. Die Abluftüberwachung ergab nur Abgaben unterhalb der nach der Strahlenschutzverordnung genehmigten Werte. In der Umgebung dieser Einrichtungen waren keine relevanten Immissionen radioaktiver Stoffe nachweisbar. Alle eingesetzten Medikamente enthalten nur kurzlebige Radioisotope, so dass es nicht zu einer Anreicherung in der Umgebung kommen kann. Die mittlere jährliche Strahlenexposition durch Anwendung ionisierender Strahlen und radioaktiver Stoffe in der Medizin liegt mit etwa 1,9 mSv/Jahr (Bundesdurchschnitt) in der gleichen Größenordnung wie die natürliche Strahlenexposition. Der Hauptanteil wird dabei durch die Röntgendiagnostik verursacht (Bericht Bundesregierung, 2000).

Die Ausscheidung der mit Iod-131 behandelten Patienten führt zu einem Eintrag von Iod-131 in die meisten kommunalen Kläranlagen. Die daraus resultierende Strahlenbelastung der Bevölkerung erfolgt aus der Nutzung der Gewässer unterhalb der Kläranlagen und liegt rechnerisch bei maximal 2 µSv im Jahr. Das entspricht in etwa einem Tausendstel der natürlichen Strahlenbelastung.

Radioaktive Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung müssen entweder solange kontrolliert gelagert werden, bis ihre Aktivität soweit abgeklungen ist, dass sie aus dem Geltungsbereich der Strahlenschutzverordnung entlassen werden können, oder sie müssen für eine zukünftige Endlagerung konditioniert werden. Umschlossene radioaktive Quellen werden in der Regel wiederverwertet.

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