Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Lager für HAW-Behälter in Zwischenlagern an Kraftwerksstandorten und im TBL Gorleben

Die Zielsetzung bei der Behandlung abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken hat sich in Deutschland gewandelt. Bis 1994 gab es im Atomgesetz ein Verwertungsgebot für die in den abgebrannten Brennelementen enthaltenen Kernbrennstoffe. Dieses wurde im Jahr 1994 geändert. Den Betreibern der Kernkraftwerke wurde freigestellt, den Verwertungsweg über die Wiederaufarbeitung zu beschreiten oder die direkte Endlagerung zu wählen.

Mit der Änderung des Atomgesetzes vom 22. April 2002 wurde die Lieferung von abgebrannten Brennelementen in die Wiederaufarbeitung aus Leistungsreaktoren ab 1. Juli 2005 verboten. Die letzten Brennelemente wurden aus dem Kernkraftwerk Stade im Mai 2005 in die Wiederaufarbeitung transportiert. Seit dem ist nur noch die direkte Endlagerung der in Deutschland befindlichen und zukünftig anfallenden abgebrannten Brennelemente zulässig. Für die Betreiber von Kernkraftwerken besteht die Verpflichtung, die abgebrannten Brennelemente bis zur Ablieferung an ein Bundesendlager standortnah aufzubewahren.

Für die abgebrannten Brennelemente, die bis zum 30. Juni 2005 zur Wiederaufarbeitung verbracht wurden, muss gem. § 9a Abs. 1c Atomgesetz ein Nachweis für die Verwertung des bei der Wiederaufarbeitung abgetrennten Plutoniums geführt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass innerhalb der verbleibenden Restlaufzeit der Kernkraftwerke sämtliches abgetrenntes Plutoniumoxid in Mischoxid (MOX)-Brennelemente verarbeitet und wieder eingesetzt wird.

Da ein Endlager für die abgebrannten Brennelemente noch nicht verfügbar ist, werden diese bis zu dessen Inbetriebnahme in CASTOR-Behältern an den folgenden Standorten zwischengelagert.

  • Transportbehälterlager Gorleben für hochradioaktive Abfälle: Eigentümerin: BLG - Brennelementlager Gorleben GmbH, Betreiberin: GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH
  • Standortzwischenlager für abgebrannte Brennelemente am KKE, Lingen Betreiber: Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH
  • Standortzwischenlager für abgebrannte Brennelemente am KWG, Grohnde Betreiber: E.ON Kernkraft GmbH
  • Standortzwischenlager für abgebrannte Brennelemente am KKU, Esensham Betreiber: E.ON Kernkraft GmbH

Die abgebrannten Brennelemente von Forschungsreaktoren werden in der Regel in das Ursprungsland ihrer Herstellung zur Entsorgung zurückgeführt. Soweit das nicht möglich ist, werden auch sie bis zur Verbringung in ein Endlager zwischengelagert.

Für die in Niedersachsen betriebenen Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle übt das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz die atomrechtliche Aufsicht nach § 19 Atomgesetz (AtG) aus. Das Bundesamt für Strahlenschutz erteilt als zuständige Genehmigungsbehörde Aufbewahrungsgenehmigungen für diese Abfälle nach § 6 AtG.

Im Transportbehälterlager Gorleben werden seit 1995 hochradioaktive Abfälle in Transport- und Lagerbehältern vom Typ CASTOR HAW der deutschen Herstellerin GNS (Gesellschaft für Nuklerservice) und den Typen TN und TS des französischen Herstellers TNI (Transnuclear International) zwischengelagert. Zurzeit werden dort die aus den Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich zurückgenommenen 108 Behälter mit verglasten Spaltprodukten (sogenannte Glaskokillen) sowie fünf Behälter mit abgebrannten Brennelementen eingelagert.

Entsprechend den Regelungen des § 9 Abs. 2a des AtG müssen die noch in den Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague und Sellafield lagernden Wiederaufarbeitungsabfälle in standortnahen Zeischenlagern aufbewahrt werden. Das Transportbehälterlager in Gorleben scheidet danach für diese Abfälle als Aufbewahrungsort aus.

In Niedersachsen sind die Energieversorgungsunternehmen ihrer gesetzlichen Verpflichtung durch den Bau und den Betrieb von drei Standortzwischenlagern nachgekommen. Die Aufbewahrungsgenehmigungen der Standortzwischenlager sind auf 40 Jahre befristet. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die erfolgten Einlagerungen von hochradioaktiven Abfällen und Brennelementen.

Radioaktivität/ Strahlung  
Artikel-Informationen

09.12.2015

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