Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Boden

Der Boden hat im Hinblick auf eine Radioaktivitätsbelastung eine doppelte Bedeutung. Er enthält natürlich vorkommende Radionuklide (zum Beispiel aus Gesteinen) und nimmt Radionuklide aus Luft, Niederschlag und Bewässerung auf. Da der Boden die Grundlage der Nahrungsmittelproduktion ist, hängt die Strahlenbelastung der Menschen durch die erzeugte Nahrung direkt von der Radioaktivitätsbelastung des Bodens ab.

Die Verteilung von Radionukliden im Boden hängt stark vom Bewuchs, dem Austrag und Eintrag von Wasser (Hydrologie), der Bodenbeschaffenheit und der Bearbeitung des Bodens ab. In Ackerböden beobachtet man eine Verteilung der eingetragenen künstlichen Radionuklide in den oberen 30 Zentimetern. Hier findet sich der Großteil der Aktivität. In Böden mit einer geschlossenen Bewuchsdecke ist hingegen eine stärkere Anreicherung (Akkumulation) in den oberen 10 Zentimetern zu verzeichnen. Im Vergleich zu Ackerböden findet man deshalb in Grünlandböden bis zu viermal höhere Gehalte an künstlichen Radionukliden. Der Grund ist in der unterschiedlichen Verdunstung und des andersartigen Oberflächenwasserabflusses zu sehen. Beide Effekte sind dominierend für die Verteilung von Niederschlags- und Bodeninhaltsstoffen (Abb. 7).

Radioaktivität/ Strahlung  

Entsprechend der geringen Aktivitäten in Ackerböden lag die Mehrzahl der Messwerte von Ackerfrüchten, zum Beispiel Getreide, unterhalb der Nachweisgrenze von 0,2 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg). Im Gegensatz dazu wiesen Weide- und Wiesenbewuchs auch nach dem Jahr 2000 häufig noch messbare Werte auf (siehe Kerntechnische Anlagen > Immission).

Artikel-Informationen

09.12.2015

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