Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Nahrungsmittel

Im Rahmen des IMIS werden unter anderem Gemüse, Getreide, Milch beziehungsweise Milchprodukte und Fleisch untersucht. Im Rahmen von Sonderprogrammen werden Untersuchungen von Wild, Pilzen und Honig durchgeführt.

Bei 56 - 68 Prozent der Rohmilchproben aus Molkereien lag der Messwert für Cäsium-137 in den Jahren 2002 bis 2004 noch oberhalb der Nachweisgrenze von etwa 0,2 Becquerel pro Liter (Bq/l) mit Maximalwerten bis 1,44 Bq/l (2004) in Einzelproben. Damit lagen alle Werte deutlich unter 1 Prozent des EU-Grenzwertes von 370 Bq/l. In den Jahren 2005 bis 2007 wurde keine signifikante Änderung gegenüber den Vorjahren beobachtet. Auch in Käse werden nur noch Werte knapp oberhalb der Nachweisgrenze gemessen

Jährlich wurden in Niedersachsen in den Jahren 2000 bis 2006 etwa 100 Proben einer Gesamtnahrung (Tagesrationen einer Gemeinschaftsverpflegung) untersucht. Seit etwa 15 Jahren bleiben die Cäsium-137-Werte annähernd konstant. Mit Mittelwerten unter 0,2 und Maximalwerten von 3,4 Bq/kg bleibt Niedersachsen damit unter dem Bundesdurchschnitt einer Aktivitätszufuhr von etwa 100 Bq pro Person und Jahr (BMU, 2000).

Pilze nehmen radioaktive Substanzen aus dem Boden über ihr Mycel auf. Das Mycel der am höchsten belasteten Maronenröhrlinge liegt dicht unter der Bodenoberfläche, deshalb wiesen Maronenröhrlinge schon bald nach dem Tschernobyl-Unfall erhöhte Konzentrationen an Gesamtcäsium (Summe Cäsium-134 und Cäsium-137) auf (Abb. 8).

Radioaktivität/ Strahlung  

Mit dem Zerfall der Cäsium-Isotope und deren Auswaschung in tiefere Bodenschichten hinein nimmt die Aktivitätskonzentration der Maronen langsam ab. Cäsium bleibt aber im sauren Milieu der Humusauflage sehr pflanzenverfügbar und wird im biologischen Kreislauf gehalten. Das Mycel der Steinpilze dagegen liegt in tieferen Bodenschichten mit geringerer Konzentration an radioaktivem Cäsium. Diese Konzentration nimmt in den tieferen Bodenschichten nicht ab, da sich der Zerfall der Cäsium-Isotope und die kontinuierliche Einwaschung aus den oberen Bodenschichten die Waage halten. Die Aktivität der Steinpilze blieb daher über die Jahre relativ konstant.

Seit 1994 bleibt der Medianwert des Gesamtcäsiums beim Rehwild deutlich unter 30 Bq/kg, nachdem in den Vorjahren eine kontinuierliche Abnahme zu verzeichnen war. Die geringfügig erhöhten Werte in den Jahren 2000 und 2004 sind vermutlich witterungs- beziehungsweise vegetationsbedingt (Abb. 9). Die Belastung des Rot- und Damwildes ist mit der Belastung des Rehwildes vergleichbar. Neben wenigen Fleischproben mit Cäsium-137 Belastungen oberhalb von 200 Bq/kg traten auch Proben ohne Cäsium-137 Belastungen auf.

Beim Schwarzwild ist der Verlauf dagegen erheblich komplexer und in hohem Maße abhängig von der winterlichen Witterung. Da Cäsium im Waldboden nur eine geringe Tendenz hat in die Tiefe abzuwandern, sind noch erhebliche Mengen an Cäsium-137 in den vom Schwarzwild zur Nahrungssuche durchwühlten Schichten vorhanden. Erhöhte Belastungen beim Schwarzwild können immer dann auftreten, wenn das attraktive Futter im Boden zu finden ist und landwirtschaftliche Anbauprodukte nicht vorhanden sind.

Radioaktivität/ Strahlung  
Artikel-Informationen

09.12.2015

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