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Umgang mit radioaktiven Stoffen in Medizin, Forschung und gewerblicher Wirtschaft

Radioaktive Stoffe werden gezielt in Medizin, Forschung und gewerblicher Wirtschaft eingesetzt. Um unter anderem die Menge an radioaktivem Abfall und die Strahlenbelastung der Umwelt zu minimieren, werden nach Möglichkeit nur Radionuklide mit kurzen Halbwertszeiten eingesetzt.

Zum Berichtsjahr 2016 wurde die Datenerhebung von der Anzahl der Inhaber auf die Anzahl von Genehmigungen umgestellt. Die Zahl der Genehmigungen zum Umgang mit radioaktiven Stoffen in Niedersachsen ist im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken und liegt bei 1294 gegenüber 1338 im Vorjahr. Bei den eingesetzten radioaktiven Stoffen, vor allem im Bereich gewerbliche Wirtschaft, handelt es sich überwiegend um radioaktive Stoffe in einer dichten Umhüllung. Diese umschlossenen Strahler werden in festgelegten Zeitabständen auf Undichtigkeiten überprüft. Im Jahr 2016 überprüften die Sachverständigen 2102 Umhüllungen auf Dichtheit.

Tabelle der Anwender / Genehmigungen radioaktiver Stoffe 2007-2016  
Tabelle Radioaktive Stoffe 2016 (Quelle: BMU)
*) Umstellung der Basis der Datenerhebung von Anwender auf Genehmigungen.

Vor allem in der Nuklearmedizin werden auch offene radioaktive Stoffe verwendet, so zum Beispiel Medikamente, die Radioisotope enthalten. Bei dem Einsatz von Radioisotopen wie Iod-131 sind Abgaben der Radioisotope, zum Beispiel durch Ausatmen der Patienten, unvermeidbar. Deshalb wird die Abluft nuklearmedizinischer Abteilungen in der Regel gefiltert. Die Abluftüberwachung ergab nur Abgaben unterhalb der nach der Strahlenschutzverordnung genehmigten Werte. In der Umgebung dieser Einrichtungen waren keine relevanten Immissionen radioaktiver Stoffe nachweisbar. Alle eingesetzten Medikamente enthalten nur kurzlebige Radioisotope, so dass es nicht zu einer Anreicherung in der Umgebung kommen kann. Die mittlere jährliche Strahlenexposition durch Anwendung ionisierender Strahlen und radioaktiver Stoffe in der Medizin liegt mit etwa 1,7 mSv pro Jahr (Bundesdurchschnitt) in der gleichen Größenordnung wie die natürliche Strahlenexposition. Der Hauptanteil wird dabei durch die Röntgendiagnostik verursacht (Bericht Bundesregierung, 2015).

Die Ausscheidung der mit Iod-131 behandelten Patienten führt jedoch zu einem Eintrag von Iod-131 in die meisten kommunalen Kläranlagen. Die daraus resultierende Strahlenbelastung der Bevölkerung erfolgt aus der Nutzung der Gewässer unterhalb der Kläranlagen und liegt rechnerisch bei maximal 2 µSv pro Jahr. Das entspricht in etwa einem Tausendstel der natürlichen Strahlenbelastung.

Radioaktive Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung müssen entweder zum Abklingen kontrolliert gelagert oder für eine zukünftige Endlagerung konditioniert werden. Nach dem Abklingen der Radioaktivität in den Abfällen unter festgelegte Grenzen können sie aus dem Geltungsbereich der Strahlenschutzverordnung freigegeben werden. Umschlossene radioaktive Stoffe werden in der Regel wiederverwertet.



Artikel-Informationen

10.01.2019

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