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Niedersächsischer Staatspreis für Architektur 2002

Bauen und Gestalten zur Aufwertung zentraler Lagen


Der Niedersächsische Staatspreis für Architektur 2002 ging an das Architektenbüro Behnisch und Partner (Stuttgart) für den Neubau der Verwaltungszentrale der Norddeutschen Landesbank in Hannover. Das Projekt wurde am Abend des 31.10.2002 bei der Übergabe des Preises im Niedersächsischen Landtag hervorgehoben, weil es ein überzeugendes Beispiel für einen Neubau darstellt, das zur Aufwertung zentraler Lagen führt Kurz zuvor war die Entscheidung der Jury unter dem Vorsitz von Professor Dr. Jörg Friedrich (Uni Hannover) verkündet worden. Der Wettbewerb, der erstmals von der Landesregierung und der Architektenkammer Niedersachsen gemeinsam durchgeführt wurde, stand in diesem Jahr unter dem Motto "Bauen und Gestalten zur Aufwertung zentraler Lagen".

Dieser Wettbewerbstitel ist ganz bewusst gewählt worden. Es gibt ein gewisses Unbehagen angesichts der Qualität der in den letzten Jahren errichteten Neubauten. "Ganz offensichtlich gibt es eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen dem Machbaren und dem tatsächlich Errichteten", führte der Ministerpräsident in seiner Festansprache aus. Die Abschaffung zahlreicher Regeln im Zuge der Deregulierung von Gesetzen und Verordnungen in den zurückliegenden Jahren führe nicht automatisch auch zu einer besseren Qualität beim Bauen. Die Landesregierung habe deshalb mit dem Wettbewerb zum Niedersächsischen Staatspreis bewusst gute Beispiele für gute Architektur vorstellen wollen.

Gute Architektur, attraktive öffentliche Straßen und Plätze und ein angemessener Umgang mit unserer gebauten Geschichte werden für uns alle immer bedeutender; Architektur hat in der Regel eine öffentliche Wirkung. Gute Architektur dient der Identitätsbildung, der Stärkung der Konkurrenzfähigkeit und der nachhaltigen Wertsicherung. Dagegen kann eine ästhetische Geringschätzung insbesondere der öffentlichen Räume Negativwirkungen bis hin zum Vandalismus auslösen.

Für den Wettbewerb wurden diesmal 70 Arbeiten angemeldet. In die engere Wahl kamen zwölf Objekte. Davon wurden neben dem Gewinner des Staatspreises noch zwei weitere Vorhaben mit einer Urkunde ausgezeichnet: Die Geschäftshäuser am Neuen Weg in Norden, Architekt ist Helmut Riemann aus Lübeck, und das Museumsgebäude und der Park Kalkriese bei Bramsche, am Ort der legendären Varusschlacht. Architekten sind die Schweizer Annette Gigon und Mike Guyer. Die für den Staatspreis nominierten Objekte werden in einer Wanderausstellung an verschiedenen Orten in Niedersachsen gezeigt. Erste Station war bis zum 22.11. 2002 die Architektenkammer Niedersachsen, Laveshaus, Friedrichswall 5, in Hannover.

Preisträger
Objekt (Nr. 58): Nord/LB Norddeutsche Landesbank Hannover
Entwurfsverfasser: Behnisch, Behnisch & Partner, Stuttgart
Bauherr: Demuro Grundstücksverwaltung mbH & Co. KG, München

Nominierungen

Objekt (Nr. 19): Museum und Park Kalkriese, Bramsche–Kalkriese
Entwurfsverfasser: Annette Gigon / Mike Guyer, Dipl. Architekten, Zürich
Bauherr: Museum und Park Kalkriese, Osnabrücker Land gGmbH, Bramsche–Kalkriese

Objekt (Nr. 49-54): Geschäftshäuser Neuer Weg, Norden
Entwurfsverfasser: Helmut Riemann Architekt BDA, Lübeck
Bauherr: Sparkasse Aurich–Norden, Norden

Hinweis:
Die Veröffentlichung können Sie bestellen beim Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, Postfach 1 41, 30001 Hannover.

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