Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Landwirtschaftliche Klärschlammverwertung in Niedersachsen

Der Anteil der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung liegt laut Klärschlammbericht in Niedersachsen für das Jahr 2016 bei 57 Prozent des Gesamtaufkommens von Klärschlamm aus kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen. Gegenüber den konstant hohen Verwertungsquoten in Niedersachsen weist der Bundesdurchschnitt in den letzten Jahren eine rückläufige Tendenz auf; der Anteil liegt aktuell bei nur etwa 26 Prozent.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren gibt es keine nennenswerten Veränderungen bei den Schadstoff- und Nährstoffgehalten niedersächsischer Klärschlämme. Seit 01.01.2015 gelten Anforderungen aus dem Düngerecht, die hinsichtlich der Schadstoffgrenzwerte die fachlich überholten Anforderungen der Klärschlammverordnung ablösen. Die aktuellen Werte sind den nebenstehenden Berichten zu entnehmen.

Mit der Novelle der Klärschlammverordnung plant der Bund eine Neuausrichtung der Klärschlammverwertung. Unter anderem soll eine Pflicht zur Phosphorrückgewinnung eingeführt werden. Eine bodenbezogene Verwertung von Klärschlämmen ist nur noch für kleine Abwasserbehandlungsanlagen vorgesehen (die Novelle der Klärschlammverordnung finden Sie hier).

Durch die langjährig hohen Verwertungsquoten von Klärschlamm in der Landwirtschaft ist Niedersachsen in besonderem Maße von der geplanten Neuordnung der Klärschlammverwertung betroffen.

Vor diesem Hintergrund ist u.a. ein fachlicher Diskurs mit beteiligten Kommunen, Anlagenbetreibern und Verbänden (2014-2015) durchgeführt worden; den Abschlussbericht dazu finden Sie unten in der Liste.

Darüber hinaus hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz eine Studie zum Potenzial und Grenzen der Phosphorrückgewinnung für Kläranlagen mit biologischer Phosphorelimination in Niedersachsen erstellen lassen. Rahmenbedingungen der Studie sind sowohl die vom Bund geplante Phosphorrückgewinnung als auch der hohe Anteil von Abwasserbehandlungsanlagen mit biologischer Phosphorelimination in Niedersachsen.

Die Neuordnung der Klärschlammverwertung wird in Niedersachsen begleitet von einem mehrjährigen Projekt "Norddeutsches Netzwerk Klärschlamm" unter Beteiligung der Betreiber von Abwasserbehandlungsanlagen. Das Projekt dient unter anderem dazu, Verfahrenstechniken zu bewerten, Kooperationen zu fördern und Entsorgungskonzepte zu erstellen. Auch weisen Abwasserbehandlungsanlagen im kommunalen Bereich einen hohen Energieverbrauch auf; durch Optimierung sind insbesondere bei der Klärschlammbehandlung Einsparungen und damit ein maßgebender Beitrag zum Klimaschutz möglich.

Niedersachsen wird auch weiterhin die Neuausrichtung der Klärschlammverwertung aktiv begleiten auch mit dem Ziel, gute Qualitäten im Rahmen der Kreislaufwirtschaft zukünftig bodenbezogen zu verwerten.


Artikel-Informationen

13.09.2017

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