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Bodenerosion & Bodenschadverdichtung

Bodenerosion ist die durch den Menschen ermöglichte und durch natürliche Prozesse ausgelöste Verlagerung von Boden durch Wasser, Wind oder Schwerkraft.

Von den Auswirkungen der Wassererosion sind in Niedersachsen etwa 8 bis 9 Prozent der Landesfläche überwiegend im südlichen Landesteil zwischen Hannover und Göttingen betroffen (nach DIN 19708). Im landesweiten Durchschnitt liegen die geschätzten Bodenverluste durch Erdabspülungen bei jährlich rund fünf Tonnen/Hektar und können bei extremen Niederschlagsereignissen in Einzelfällen um den Faktor 10 steigen. Besonders hoch sind die Erosionspotentiale an Berghängen und auf stark geneigten Standorten mit schluffreichen Böden.

Im Gegensatz zur Wassererosion hat die Winderosion in Niedersachsen stärkere Bedeutung; 45 Prozent der überwiegend nördlichen Landesfläche mit leichten, trockenen Sandstandorten weist ein mittleres bis sehr hohes Erosionspotenzial auf (nach DIN 19706).

Von den Auswirkungen der Erosion sind überwiegend Ackerstandorte betroffen, deren Ertragsfähigkeit dadurch langfristig beeinträchtigt werden kann. Um Auswirkungen auf den Rückgang der Bodenfruchtbarkeit möglichst zu vermeiden, sind in § 17 des Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) Grundsätze der guten fachlichen Praxis der landwirtschaftlichen Bodennutzung aufgeführt, die von den landwirtschaftlichen Fachbehörden durch Beratungsmaßnahmen zu vermitteln sind. Hierzu zählen unter anderem, dass Bodenabträge durch eine standortangepasste Nutzung, insbesondere durch Berücksichtigung der Hangneigung, der Wasser- und Windverhältnisse sowie der Bodenbedeckung möglichst zu vermeiden sind.

Als eine der Erosion gleichwertige Gefährdung des Bodens ist die Bodenschadverdichtung zu nennen. Sie entsteht meist durch das Zusammenwirken von mehreren Faktoren, wie zum Beisiel durch häufiges Befahren zu feuchter Böden mit schweren Maschinen. Dies trifft insbesondere für Zuckerrübenstandorte zu, da hier die Erntearbeiten termin- und verarbeitungsbedingt auch bei ungünstigen Witterungslagen durchgeführt werden müssen. Die Grundsätze zur Vermeidung von Bodenschadverdichtung sind gleichfalls im § 17 BBodSchG aufgeführt und sehen unter anderem vor, dass die Bodenbearbeitung unter Berücksichtigung der Witterung grundsätzlich standortangepasst zu erfolgen hat.

Die Auswirkungen der Erosion und der Bodenschadverdichtung beeinflussen sich zum Teil gegenseitig. Dabei können beispielsweise Niederschläge durch Bodenschadverdichtungen nicht mehr schnell genug einsickern und fließen oberflächlich ab, wodurch dann wiederum das Risiko der Wassererosion steigt.

Maßnahmen zur Vermeidung von Erosion und zum Schutz der Bodenstruktur sowie die Einhaltung weiterer Umweltstandards sind seit dem 01.01.2005 an die Auszahlung von Prämien gekoppelt (Cross Compliance) und werden durch Stichproben überprüft. Die Nichteinhaltung der Vorgaben führt zu Prämienverkürzungen (www.ml.niedersachsen.de).

Bodenerosion
Artikel-Informationen

02.09.2011

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