Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Repowering

Als "Repowering" wird der geplante Ersatz von älteren Windenergieanlagen der ersten Generation durch neue, leistungsstärkere Maschinen bezeichnet. Ziel ist eine bessere Ausnutzung der verfügbaren Standorte, die Erhöhung der installierten Leistung bei gleichzeitiger Reduktion der Anzahl der Anlagen. An etablierten Windstandorten lässt sich deutlich mehr Strom mit weniger Anlagen produzieren.

Der Erfolg eines Repowering-Projekts hängt stark ab von der genehmigungsrechtlichen Situation am Standort, der betriebswirtschaftlichen Kalkulation der vorhandenen Anlagen sowie der Netzkapazität und deren Ausbaumöglichkeiten. Neuanlagen sind allerdings nur dann wirtschaftlich zu betreiben, wenn die Kommunen ihre oft festgelegten Höhenbegrenzungen aufgeben. Nach einer Studie der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erreicht eine 2 MW-Anlage mit einer Gesamthöhe von 100 m an einem Referenzstandort 2140 Voll-Laststunden. Bei einer Gesamthöhe von 157 m käme diese Anlage auf 3175 Volllaststunden. Diese Anlage hätte damit einen um fast 50% höheren Ertrag.

Mit dem am 22.12.2011 novellierten EEG sind die Anreize zum Repowering deutlich verstärkt worden. Für Windenergieanlagen an Land kommt zur Anfangsvergütung von 8,93 Cent/kWh für Repoweringanlagen ein Bonus von 0,5 Cent/kWh hinzu. Die ersetzten Anlagen müssen aus dem gleichen oder benachbarten Landkreis stammen und mindestens zehn Jahre alt sein. Eine neue Anlage muss mindestens die doppelte Leistung der ersetzten Anlagen erreichen. Ferner darf sie die fünffache Leistung nicht überschreiten. Fachleute gehen davon aus, dass sich deshalb besonders Anlagen bis zu 600 KW zum Repowering eignen.

Möglicherweise ergeben sich hier durch die aktuelle Novellierung des EEG Veränderungen.

Neben der bedeutenden Steigerung des Energieertrags ist vor allem die Entlastung des Landschaftsbildes ein wichtiger Grund für das Ersetzen alter Anlagen durch moderne leistungsfähigere Maschinen. Die geringere Drehzahl der Rotoren beruhigt darüber hinaus das Erscheinungsbild.

Zu den Regelungen für das Repowering im aktuellen Landesraumordnungsprogramm wird auf die Ausführungen zu Erneuerbare Energien >Politik> Landesraumordnungsprogramm verwiesen.


Repowering-Info-Börse

Zur Unterstützung der Kommunen bei allen Fragen zum Repowering wurde Anfang 2010 die Repowering-InfoBörse durch die Kommunale Umwelt-Aktion U.A.N. mit Sitz in Hannover eingerichtet.

Die Repowering-InfoBörse informiert auf einer projekteigenen Internetpräsenz (www.repowering-kommunal.de) sowie in Newslettern und Veröffentlichungen über relevante Fragen des Planungs- und Genehmigungsrechts, der Akzeptanz sowie zu technischen bzw. fachlichen Aspekten des Repowering. Darüber hinaus bietet sie bundesweit regionale Informationsveranstaltungen an, begleitet bzw. unterstützt Repowering-Vorhaben und steht den Kommunen für konkrete Anfragen zur Verfügung.


Leitfaden zum Repowering

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat mit Unterstützung von Bund und Ländern einen Leitfaden für das Repowering entwickelt, um die bauplanungsrechtlichen Schritte zu vereinfachen und rechtssicher zu machen. Dabei geht es insbesondere auch um die Umsetzung der Möglichkeit zur Konzentration von verstreuten Altanlagen auf erweiterte bzw. neue Vorrangstandorte. Dazu sind im Leitfaden einige Fallbeispiele enthalten, die von den Kommunen als Anregung für eigene Planungen genutzt werden können.

Der Leitfaden kann hier heruntergeladen werden:


> DSTGB-Leitfaden zum Repowering


Studie im Auftrage des Bundesverbandes Windenergie

Im Auftrag des BWE hat das Hermann-Föttinger-Institut für Strömungsmechanik der TU Berlin in Zusammenarbeit mit der Firma Ecofys bereits im Jahr 2005 die Studie „Einschränkungen für das Repowering unter Berücksichtigung der genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen" erstellt. Die Studie hat drei beispielhafte Eignungsräume in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern konkret mit modernen Windenergieanlagen (4,5 MW) neu überplant.

Der BWE hat dazu diese Broschüre veröffentlicht:

>BWE-Repowering-Broschüre

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