Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Luftreinhalteplan Göttingen

1. Wann Luftreinhalteplan und warum?

Die Erstellung eines Luftreinhalteplanes war erforderlich, weil das von der EU-Luftqualitätsrichtlinie vorgegebene Tagesgrenzwertkriterium (35 Tage > 50 μg/m³) für Feinstaub (PM10) überschritten wurde. Der Ratsbeschluss zum Luftreinhalteplan erfolgte im Dezember 2008.

2. Besonderheiten?

Auf die Einrichtung einer Umweltzone wurde verzichtet, da zwischenzeitlich die Feinstaubgrenzwerte eingehalten wurden und die NO2-Hotspots im Innenstadt-bereich zu finden sind, außerhalb davon sind nur vereinzelt Überschreitungen des NO2-Jahresgrenzwertes festzustellen. Da im Innenstadtbereich der Individualverkehr in vielen Straßen nur einen geringen Anteil des Gesamtverkehrs ausmacht und die NO2-Belastungen hauptsächlich durch NOx-Emissionen des Schwerverkehrs (Busse und schwere Lkw) hervorgerufen werden, ist die Wirkung einer Umweltzone geringer als in Umweltzonen mit höheren Anteilen an motorisiertem Individualverkehr. Die geprüfte Umweltzone umfasste den Bereich innerhalb des Wallrings (ca. 1 km²).

3. Erfolg der Maßnahmen bis 2010?

In Göttingen wurde im Jahr 2010 ein NO2-Jahresmittelwert über dem Grenzwert von 40 μg/m³ registriert. Für das Stadtgebiet von Göttingen wurde durch das GAA Hildesheim der Bericht „Modellgestützte Voruntersuchung zur Fortschreibung des Luftreinhalteplanes im Rahmen der NO2-Notifizierung - Göttingen -„ erstellt. Für das Jahr 2010 sind im Stadtgebiet Göttingen keine Überschreitungen der Grenzwerte für PM10 ermittelt worden. Ein Straßenabschnitt weist mit einer geringen Wahrscheinlichkeit auf die Überschreitung des PM10-Tagesgrenzwertes von 50 μg/m³ bei 35 zugelassenen Überschreitungen im Jahr hin. Die Berechnung des NO2-Jahresmittelwertes ergab für mehrere Straßenabschnitte Überschreitungen des Grenzwertes.

4. Fristverlängerung zur Einhaltung des NO2-Jahresgrenzwertes?

Die Stadt hat gegenüber dem Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz zur Weiterleitung an das Bundesumweltministerium und die Europäische Kommission mitgeteilt, von der Möglichkeit der Inanspruchnahme einer Fristverlängerung für NO2 bis 2015 zur Einhaltung des NO2-Grenzwertes Gebrauch machen zu wollen. Gegen die Verlängerung der Frist für die Einhaltung des in Anhang XI der Richtlinie 2008/50/EG festgesetzten NO2-Jahresgrenzwerts wurden keine Einwände erhoben. Die Verlängerung gilt bis zum 1. Januar 2015 (Beschluss der Europäischen Kommission vom 20.2.2013 (C(2013) 900 final)).


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