Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Ressourcenschonung bei Produkten und Leistungen - Aspekte Integrierter Produktpolitik

Integrierte Produktpolitik

Das sechste Umweltaktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaft vom 22. Juli 2002 legt neben anderen Dingen Schwerpunkte in der gemeinsamen Umweltpolitik fest: Klimaänderungen, Natur und biologische Vielfalt, Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität, sowie natürliche Ressourcen und Abfälle sind die besonderen Themen. Ziel ist es, eine bessere Ressourceneffizienz und -bewirtschaftung, sowie eine bessere Abfallwirtschaft zu erreichen. Damit werden nachhaltigere Produktions- und Konsummuster geschaffen. Die Ressourcennutzung und die Abfallerzeugung sollen dabei von der Wirtschaftswachstumsrate abgekoppelt werden.

Um die Umweltbilanz der Unternehmen zu verbessern, soll der Gedanke der Integrierten Produktpolitik im gesamten Umweltprogramm verankert werden. Das heißt, dass während des gesamten Lebenszyklus von Produkten Umweltaspekte stärker berücksichtigt werden.

Die 5. Niedersächsische Regierungskommission "Umweltpolitik im europäischen Wettbewerb" hatte hierzu einen eigenen Arbeitskreis "Ressourcenschonung bei Produkten und Leistungen - Aspekte Integrierter Produktpolitik" eingerichtet. (Ak IPP)

Aufgabe und Zielsetzung ist auch hier die Entwicklung von Strategien und Empfehlungen zur Lösung von Umweltproblemen sowie die frühzeitige Einflussnahme auf europäische Rechtsvorschriften; dabei sollen insbesondere wettbewerbspolitische Aspekte Berücksichtigung finden. Insbesondere sollen bei der nationalen Umsetzung von EU-Recht niedersächsische Interessen sowie Erfahrungen aus der Praxis berücksichtigt werden.

Der Integrierte Produktpolitik-Ansatz der EU, 2003

Bis jetzt richtete sich die produktbezogene Umweltpolitik tendenziell auf die Verschmutzung durch große Punktquellen, also etwa auf Industrieemissionen oder Fragen zur Abfallentsorgung und konnten so oft Erfolge verzeichnen. Inzwischen ist jedoch deutlich geworden, dass sie durch eine Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Produkts - einschließlich der Nutzungsphase - ergänzt werden muss. Dies soll sicherstellen, dass die Umweltauswirkungen während des gesamten Lebenszyklus einheitlich behandelt und nicht einfach von einem Abschnitt des Lebenszyklus in einen anderen verschoben werden. Die Umweltauswirkungen sollen an dem Punkt des Lebenszyklus angepackt werden, an dem sie und der Ressourcenverbrauch insgesamt am besten und am kostengünstigsten zu verringern sind.

Ein Schwerpunkt von Politik und Wirtschaft im Umweltschutz lag bisher in der Minderung der anthropogen verursachten Umweltbelastung durch Produktionsprozesse. Bei der IPP handelt es sich nicht um eine von Grund auf neue Politik. Neu ist, dass das Produkt in seinem gesamten Lebensablauf in Vordergrund steht und damit Umweltauswirkungen in allen Lebensphasen angesprochen sind. Die integrierte Sichtweise der IPP ist umweltmedial übergreifend und bezieht entsprechend den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit die Ökologie, die Ökonomie und die sozialen Aspekte über den gesamten Lebensweg (Design, Herstellung, Nutzung, Entsorgung) mit ein.

Dabei wird anerkannt, dass Produkte und die durch ihre Herstellung und Verwendung verursachten Stoff- und Energieströme im engen Zusammenhang mit einer dauerhaft umweltgerechten Entwicklung stehen.

In Ergänzung hierzu hat die EU die Themenfelder Entwicklung einer thematischen Strategie für die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen, 2003 - und Schaffung eines Rahmens für die Feststellung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte, 2009 vorgegeben. Die EU-Ressourcenstrategie vertieft das bereits im Rahmen der Integrierten Produktpolitik entwickelte Lebenszyklusdenken von der Rohstoffgewinnung bis zur Abfallphase.

Die Ökodesign-Anforderungen sollen unter Berücksichtigung der Ziele des 6. Umweltaktionsprogramms festgelegt werden. Durch sie soll durch die Minderung der potenziellen Umweltauswirkungen energieverbrauchsrelevanter Produkte ein hohes Umweltschutzniveau erreicht werden. Die Verbesserung der Energieeffizienz von Produkten trägt auch zur Sicherheit der Energieversorgung bei, die bereits ihrerseits eine Voraussetzung für eine gesunde Wirtschaft und damit für eine nachhaltige Entwicklung ist.

Artikel-Informationen

19.04.2017

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