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Flächenrecycling Textilfabrik NINO

Projekttitel

Flächenrecycling - Textilfabrik NINO

Die Brache als Chance und Herausforderung - Sanierung und Neunutzung der Textilfabrik NINO in Nordhorn

Handlungsansatz

Hochwertige Neunutzung eines innerstädtischen Industriegeländes bei zeitgleicher Umsetzung einer komplexen Grundwassersanierungsstrategie

Schlagworte für Suchfunktion (intern)

Flächenrecycling Textilfabrik NINO

Revitalisierung einer Industriebrache

Altlastensanierung

Maßnahmenebene

Stadt, Landkreis

Projektträger / Projektmotor

NINO Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft, Landkreis Grafschaft Bentheim, Stadt Nordhorn

Projektkurzbeschreibung

- Ausgangslage

  • Der Niedergang der europäischen Textilindustrie hinterließ in dem ehemals als „Textilstadt im Grünen" bekannten Nordhorn ausgedehnte innerstädtische Industriebrachen.
  • Nach dem Konkurs der Fa. NINO, des größten Arbeitgebers der Region, wurden auf dem Werksgelände schwerwiegende Boden- und Grundwasserverunreinigungen vorgefunden.
  • Der Rückbau, die aufwendige Altlastensanierung sowie die Integration denkmalgeschützter Gebäude in eine anspruchsvolle Neunutzung stellen Stadt und Landkreis vor große finanzielle, organisatorische aber auch fachtechnische Herausforderungen.

- Ziele

  • Parallel zu der Umsetzung einer nutzungsangepassten Altlastensanierungsstrategie soll auf dem ehem. Werksgelände ein lebendiges neues Stadtquartier entstehen, das sich zu einem zentral gelegenen Wirtschafts-, Technologie- und Bildungsstandort mit überregionaler Ausstrahlung entwickelt.
  • Ziel ist es die aktiven Grundwassersanierungs-maßnahmen ab 2013, nach weitgehender Entfernung der Schadstoffherde, schrittweise zurückzuführen. Danach soll der biologische Abbau der Schadstoffe im Grundwasser so lange unterstützt werden, bis die Verunreinigung ausschließlich den natürlichen Schadstoffabbau- und Rückhalteprozessen überlassen werden kann.
  • Durch den Umbau bedeutender Industriedenkmäler werden die textile Vergangenheit Nordhorns erhalten und damit Schlüsselprojekte für eine erfolgreiche vielschichtige Nachfolgenutzung geschaffen.
  • Die Neunutzung des NINO-Geländes zielt darauf ab, die weitere Inanspruchnahme von Flächen und Böden im Außenbereich zu verringern und auf diesem Standort einen regionalen Kristallisationspunkt für Wirtschaft, Technologie und Bildung zu schaffen.

- Beteiligte Akteure

NINO Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft

Landkreis Grafschaft Bentheim

  • Bodenschutzbehörde
  • Beteiligungscontroling
  • Wirtschaftsförderung

Stadt Nordhorn

  • Fachbereich Stadtentwicklung, Bau und Umwelt
  • Wirtschaftsförderung

sowie Planungs- und Sachverständigenbüros

- Vorgehen

Mit der Gründung der NINO SEG wurde 1999 vom Landkreis Grafschaft Bentheim und der Stadt Nordhorn der zentrale Projektträger zur Reaktivierung des ehem. Werksgeländes der Textilfabrik NINO geschaffen. Durch die Bündelung der Aufgaben

  • Rückbau und Altlastensanierung,
  • Umnutzung erhaltenswerter Bausubstanz,
  • Erschließung, Entwicklung und Vermarktung des Geländes,
  • Wahrnehmung der Aufgaben des Sanierungstreuhänders der Stadt Nordhorn

und die Konzentration der lokalen Kräfte im Aufsichtsrat unter Vorsitz des Landrates bzw. Bürgermeisters, wurde frühzeitig die organisatorische Basis zur Abstimmung der unterschiedlichen Interessenslagen und zur Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen gelegt.

Die Projektsteuerung der „Kernaufgaben" Rückbau und Altlastensanierung werden von der Bodenschutzbehörde des Landkreises bzw. die städtebauliche Entwicklungsplanung vom städtischen Planungsamt übernommen. Der Verkauf der Grundstücke wird durch die NINO-SEG getätigt. Die Sanierungspflicht verbleibt auch nach Verkauf bei der NINO-SEG.

Der NINO SEG wurde nicht nur das Eigentum an der Werksfläche (Kerngelände) übertragen, sie wurde auch mit Finanzmitteln aus der Konkursmasse sowie mit Versicherungsleistungen ausgestattet. Gewinne oder Verluste der Gesellschaft werden zu jeweils 50% zwischen Landkreis und Stadt geteilt.

Ehemalige NINO-Mitarbeiter werden im Rahmen des Rückbaus und insbesondere für den Betrieb der Grundwasser- sanierungsanlagen weiterbeschäftigt und tragen somit zur wirtschaftlichen Umsetzung des Projektes bei.

- Ergebnisse/ Produkte/ Instrumente

  • Die Werkshallen wurden abschnittsweise bis 2006 zurückgebaut, oberflächennahe kontaminierte Böden wurden saniert.
  • Zur Sanierung der flächenhaften Grundwasserverunreinigungen wurde eine flexible Sanierungsstrategie entwickelt, die z.Zt. schrittweise umgesetzt wird. Die Kombination klassischer und neuartiger Verfahren, die insbesondere auf die Aktivierung des biologischen Abbaus der Schadstoffe abzielt, ermöglicht eine Neunutzung der Fläche vor Abschluss der Sanierungsarbeiten.
  • Nach umfangreichen Vorerkundungen werden für die Sanierung der Schadstoffherde Ideenwettbewerbe durchgeführt. Die Sanierungsfirmen werden z.T. mit erfolgsabhängigen Verträgen am Risiko beteiligt.
  • Alle erhaltenswerten Gebäude sind inzwischen saniert und mit neuen Nutzungen belegt. Das alte Verwaltungsgebäude mit dem Ballenlager ist zu einem repräsentativen Bürogebäude umgebaut worden. Das ehem. Rohgewebelager beherbergt die Volkshochschule und wird in Verbindung mit einem Neubau zu einem neuen Gymnasiumstandort ausgebaut. Der NINO-Spinnereihochbau, ein monumentales Industriebaudenkmal und Wahrzeichen Nordhorns, wird bis zum Herbst 2010 zum Wirtschafts-Kompetenz-Zentrum umgebaut.

Weitere Informationen

www.nino-seg.de

Innovationsstrategie NINO Hochbau

AnsprechpartnerInnen

NINO Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft
- Gerhard Woltering
Telelfon: (05921) 80 93 50
E-Mail

Landkreis Grafschaft Bentheim - Bodenschutzbehörde
- Erich Zwartscholten
Telelfon: (059 21) 96-15 39
E-Mail

Stadt Nordhorn
Fachbereich Stadtentwicklung, Bau und Umwelt
- Lothar Schreinemacher
Telelfon: (05921) 87 82 02
E-Mail

- Matthias Klesse
Telefon: (05921) 87 83 40
E-Mail



Blick auf die NINO Allee

Blick auf die NINO Allee

Artikel-Informationen

01.07.2014

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