Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Flächenrecycling

Flächenrecycling

Die Baulandreserven in den Innenbereichen befinden sich oftmals in einem mangelhaften Zustand. Verwahrloste Grundstücke oder verfallene Gebäude müssen oftmals von den Kommunen kostenintensiv aufbereitet werden. Voraussetzung hierfür ist eine gute Kenntnis der Situation im Gebäudebestand und der Eigentumsverhältnisse einer Gemeinde. Auf der Seite „Informationen" werden einige grundsätzliche Möglichkeiten und Beispiele dargestellt.


Aufbereitung von Schrottimmobilien

Hierunter versteht man umgangssprachlich jene Immobilien, die sich in einem verwahrlosten oder mangelbehafteten Zustand befinden und die sich für die städtebauliche Erneuerung der Kommune zu einem Problem entwickelt haben. Im ungünstigsten Fall besteht durch sie die Gefahr, dass wegen ihrer negativen Ausstrahlung die gesamte Umgebung der Immobilien in Mitleidenschaft gezogen und die Stadtentwicklung behindert wird.

Das Baugesetzbuch (BauGB) bietet mit dem Rückbau- und Entsiegelungsgebot des §179 eine Regulierungsmöglichkeit an. Mit der Änderung des Paragraphen in der letzten Novellierung des BauGB soll den Gemeinden der Umgang mit "Schrottimmobilien" vereinfacht werden. Nun kann mit dem Rückbaugebot auch ohne Bebauungsplan gegen solche verwahrlosten, wirtschaftlich nicht mehr nutzbaren Gebäude vorgegangen werden. Neu ist seit 2013 auch, dass der Eigentümer zu einem Kostenerstattungsbetrag (in Höhe der Vermögensvorteile, die ihm durch die „Aufräumarbeiten" entstehen) herangezogen werden kann.


Wiedernutzung von Altstandorten

Flächenrecycling umfasst die Wiedereingliederung brachgefallener Flächen und ist gezielt auf eine neue Folgenutzung ausgerichtet. Die Flächen können ehemalige Industrie- und Gewerbestandorte sowie aufgegebene militärischer Liegenschaften sein, aber auch aufgelassene Verkehrsflächen (stillgelegte Bahnflächen). Die Flächen befinden sich häufig in gut erschlossenen Lagen und stellen eine wichtige Alternative zum Bauen „auf der grünen Wiese" dar. Zudem wird in der Regel eine Aufwertung der Umgebung der Brachfläche erzielt. Für eine reibungslose Flächenentwicklung ist eine integrale Betrachtung der Fachbereiche Umwelt, Städtebau und Wirtschaft eine unabdingbare Voraussetzung.

Das Flächenrecycling beginnt mit der Klärung von Altlastenfragen, umfasst stets planerische Aspekte und endet mit der Vermarktung bzw. Nachnutzung der Fläche. Die zu betrachtenden Gesichtspunkte sind vielschichtig und fachübergreifend, insbesondere bei Grundstücken mit einer langen Nutzungsgeschichte und einem Eintrag von Schadstoffen in den Untergrund. Den rechtlichen Rahmen bilden im Wesentlichen das Bundes-Bodenschutzgesetz, die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung sowie das Baugesetzbuch.



Nachnutzung von Althofstellen

  • Das Thema „Innenentwicklung in den Dörfern" durch Nachnutzung alter, leerstehender Gebäude wurde in 12 Modelldörfern mit der Fragestellung untersucht, ob nicht andere Formen der dörflichen Entwicklung, z. B. durch Nachnutzungskonzepte für vorhandene Bausubstanz, geeigneter sind, die erforderlichen Infrastrukturen zu schaffen. Die Ergebnisse der Arbeit sind Handlungsempfehlungen für die Landesebene, die regionale und die lokale Ebene. Drei Entwicklungsstrategien werden vorgeschlagen, um die Leerstandsproblematik mittelfristig positiv zu beeinflussen. Es wurde deutlich, dass die bisher noch überwiegend auf Gestaltungsmaßnahmen ausgelegte Dorferneuerungsplanung stärker auf die Beseitigung struktureller Probleme wie Leerstände ausgerichtet werden sollte.
  • Beispiel: Modelprojekt „Umnutzung landwirtschaftlicher Altgebäude und Hofanlagen als Beitrag zur Vitalisierung der Ortskerne"
  • Abschlussbericht
Artikel-Informationen

18.11.2014

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln