Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Moorschutzprogramm

Von Natur aus ist Niedersachsen das hochmoorreichste Land der Bundesrepublik Deutschland. Die Moore prägen in weiten Teilen des Landes die Landschaft. Damit ergibt sich für Niedersachsen eine besondere Verpflichtung, die Hochmoore als Landschaft und Lebensraum bedrohter Pflanzen- und Tierarten zu erhalten und dauerhaft zu sichern.

Das Niedersächsische Moorschutzprogramm wurde von der Landesregierung in zwei Teilen beschlossen: Teil I im Jahre 1981 und Teil II im Jahre 1986.

Die Ziele des Moorschutzprogramms sind hauptsächlich:
  • ca 50.000 ha nicht abgetorfte und
  • ca. 31.000 ha nach der Abtorfung renaturierte Hochmoorflächen sowie
  • 148 Kleinsthochmoore

als Naturschutzgebiete zu sichern.

Für den Stand der Umsetzung des Moorschutzprogramms wurden zum Stichtag 31.12.2005 die folgenden Daten ermittelt:

Das Ziel, 81.000 Hektar nicht abgetorftes und nach der Abtorfung renaturiertes Hochmoor als Naturschutzgebiete auszuweisen, wurde zu rund 50 Prozent erreicht. Vollständig kann dieses Ziel erst nach Abschluss des genehmigten industriellen Torfabbaus, der teilweise bis 2050 reicht, umgesetzt werden.

Für rund 28.000 Hektar Hochmoor wurden Abtorfungsgenehmigungen erteilt. Bis Ende 2005 wurde auf rund 11.000 Hektar (ca. 40 %) davon die Renaturierung eingeleitet. Bis zum maximalem Abbauende um 2050 werden rund 23.000 Hektar (ca. 83 %) renaturiert sein. Dagegen waren noch Ende der siebziger Jahre nur 6 % für die Hochmoorregeneration vorgesehen, über 70 Prozent der Torfabbauflächen sollten landwirtschaftlich genutzt werden.

Das Land Niedersachsen hat sich im Rahmen seiner Eigenbindung an Stelle der Folgenutzung Landwirtschaft für die Renaturierung abgetorfter Flächen entschieden. Insgesamt werden ca. 9.000 ha abgetorfte landeseigene Moore renaturiert werden.

Seit 1990 sind alle naturnahen Hochmoore, und damit auch die Kleinsthochmoore, nach § 28a des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes gesetzlich geschützt.In mehr als 40 Mooren des Programms wurden Einrichtungen für Naturerleben, naturbezogene Erholung, Umweltbildung und Moor-Tourismus geschaffen oder verbessert. Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen wurden in vielen Mooren durchgeführt.

Der Stand der Umsetzung des Moorschutzprogramms ist veröffentlicht im "Informationsdienst Niedersachsen 3/2006" unter dem Titel "25 Jahre Niedersächsisches Moorschutzprogramm - eine Bilanz". Die Broschüre kann über den NLWKN bezogen werden.Ebenfalls beim NLWKN finden Sie die Seite Das Niedersächsische Moorschutzprogramm mit weiterführenden Informationen.

Hochmoorschutz kann sich nicht nur auf die naturnahen Bereiche und die Renaturierung von abgebauten Flächen beschränken, sondern muss in stärkerem Maße das umliegende landwirtschaftlich genutzte Hochmoor mit einbeziehen. Naturnahe Hochmoore können langfristig nur erhalten werden, wenn der Nährstoffaustrag aus den umliegenden Gebieten reduziert wird und die moortypischen Wasserverhältnisse erhalten werden. Aus diesem Grund wurde 1994 eine Neubewertung von 92 Hochmooren mit einer Fläche von 1.890 km² vorgenommen. Zu dieser Thematik hat das Niedersächsische Umweltministerium 1994 das Fachgutachten "Naturschutzfachliche Bewertung der Hochmoore in Niedersachsen" herausgegeben. Es sollte Grundlagen bieten für:

  • die Konzeption und Unterschutzstellung von Moorschutzgebietssystemen als Naturschutzgebiete,

  • die Darstellung und Begründung der Schutzwürdigkeit von Natur und Landschaft im Rahmen der Landes-, Regional- und Bauleitplanung sowie

  • die Berücksichtigung der Naturschutzbelange im Rahmen der Prüfung der Zulässigkeit von Eingriffen.

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