Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Agrarumweltmaßnahmen des Naturschutzes (AUM-Nat)

SAB-Logos

Die Förderung von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) ist wesentlicher Bestandteil der Nationalen Rahmenregelung der Bundesrepublik Deutschland für die Entwicklung ländlicher Räume.

Landschaft  

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In Niedersachsen sind die in Höhe von 75 % durch die EU kofinanzierten AUKM Bestandteil des auf der Grundlage der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 (ELER) erstellten Programms zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum für die Förderperiode 2014-2020 (PFEIL).

Mit der Durchführung von AUKM verpflichten sich bewirtschaftende Personen freiwillig - für einen Verpflichtungszeitraum von fünf Jahren -, die in der gemeinsam von MU und ML herausgegebenen Förderrichtlinie NiB-AUM festgelegten und über die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen hinausgehenden Bewirtschaftungsauflagen einzuhalten.

Die Förderrichtlinie hat u.a. das Kooperationsprogramm Naturschutz (KoopNat) abgelöst. Damit wurde auch das Verfahren von Verträgen auf Bewilligungen und somit auf eine einheitliche Rechtsgrundlage umgestellt.

Die Zahlungen für AUKM dürfen nur die zusätzlichen Kosten oder entgangenen Einnahmen ausgleichen, die durch Auflagen verursacht werden, die über die rechtlich anderweitig vorgeschriebenen Anforderungen an die Bewirtschaftung hinausgehen. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn geringere Erträge in Folge der Reduzierung der Düngung oder der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erzielt werden.

Landschaft  

Dazu gehören ab 2015 auch die Greening-Anforderungen. Die ELER-Verordnung schreibt den Mitgliedstaaten vor, dass bei der Berechnung der Zahlungen in jedem Fall eine Doppelförderung zu vermeiden ist.

Bewirtschaftende Personen, die sich zur Anwendung von AUKM verpflichten, erbringen damit wichtige gesellschaftliche Leistungen:

  • Verbesserung der Bodenstruktur, Schutz des Bodens vor Wasser- und Winderosion und vorbeugender Hochwasserschutz
  • Erhalt der biologischen Vielfalt durch Bewahrung der natürlichen Lebensräume
  • Gewässerschutz durch Verringerung der Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinträge
  • Klimaschutz durch Reduzierung der Treibhausgasemissionen
  • Pflege und Erhalt der Kulturlandschaft

Die Agrarumweltmaßnahmen des Naturschutzes (AUM-Nat), der sogenannte "Vertragsnaturschutz", haben den Erhalt oder die Steigerung der biologischen Vielfalt zum Ziel.

In den vier Förderschwerpunkten

wird eine Vielzahl von verschiedenen Fördermaßnahmen in einer naturschutzfachlich definierten und jährlich angepassten Förderkulisse angeboten, die im Wesentlichen aus:

  • Flächen, die bereits Bestandteil des europäischen ökologischen Netzes „Natura 2000" sind oder die von Niedersachsen/Bremen zur Aufnahme in das Netz gemeldet oder vorgeschlagen worden sind,
  • Lebensräumen der in Anhang I und in Artikel 4 Abs. 2 der Richtlinie 2009/147/EG (sog. EG-Vogelschutzrichtlinie) aufgeführten Vogelarten,
  • Gebieten gemäß Artikel 10, auf Lebensraumtypen nach Anhang I und in Lebensstätten der Tier- und Pflanzenarten der Anhänge II und IV, der Richtlinie 92/43/EWG (sog. Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie),
  • Naturschutzgebieten, Nationalparks, Biosphärenreservaten,
  • Arten und Lebensraumtypen, die Bestandteil der Niedersächsischen Strategie zum Arten- und Biotopschutz, in Bremen für Zielarten des Zielartenkonzeptes sowie in Kern- und Verbindungsflächen des Biotopverbundkonzeptes sind,

besteht.


Landschaft  

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Die AUM-Nat leisten in Bezug auf die landwirtschaftlich genutzten Flächen in den unterschiedlichen Lebensraumtypen einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Naturschutzpolitik des Landes Niedersachsen beim Aufbau des europäischen ökologischen Schutzgebietssystems Natura 2000. Der Erfolg der AUM-Nat basiert dabei auf einer kooperativen Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft. Die Landwirte haben zur Verbesserung der biologischen Vielfalt eine Schlüsselfunktion.

Durch eine Teilnahme an den AUM-Nat werden aus Naturschutzsicht wertvolle Lebensräume erhalten und verbessert. Viele in ihrem Bestand als gefährdete Tier- und Pflanzenarten sind auf die Agrarlandschaft als Lebensraum angewiesen. Damit wird das Erfordernis des Schutzes der Biodiversität in der Agrarlandschaft verdeutlicht.

Bereits seit Ende der 80er Jahre bietet das Land Niedersachsen Fördermöglichkeiten für eine extensive Landnutzung an. Hierbei handelt es sich z.B. um die Reduzierung von Viehbesatzdichten in bestimmten Zeiten, die Verzögerung von Bodenbearbeitungs- und Mahdterminen, den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, die Beschränkung der Düngung, die Schaffung temporär erhöhter Wasserstände oder die Vorgabe eines bestimmten Nutzpflanzenspektrums. Diese Auflagen sind notwendig, um den Bruterfolg von Wiesenvögeln zu erhöhen oder die Lebensbedingungen von nordischen Gastvögeln, Amphibien und Reptilien zu verbessern.

Feuchtgrünland Trecker

Mit diesen räumlich-inhaltlichen Schwerpunktsetzungen soll gemeinsam mit der Landwirtschaft das Naturerbe nachhaltig entwickelt werden.

Dabei entscheidet die zuständige untere Naturschutzbehörde in Absprache mit den bewirtschaftenden Personen, welche Bewirtschaftungsmaßnahmen im Einzelfall erforderlich sind und umgesetzt werden. Damit wird das Erfordernis des Schutzes der Biodiversität in der Agrarlandschaft verdeutlicht.

Um eine an die regionalen Gegebenheiten (z.B. klimatische Bedingungen, Bodenverhältnisse, Betriebsstrukturen) angepasste, naturschutzkonforme landwirtschaftliche Nutzung zu gewährleisten, ist ein flexibles, differenziertes und zielgenaues Förderinstrument unerlässlich. Unter Berücksichtigung der naturschutzfachlichen Erfordernisse für die jeweiligen Zielarten und Biotoptypen sowie der speziellen örtlichen Verhältnisse und ggf. der Anpassung der Zuwendungshöhen ist daher die Möglichkeit der Abweichung von den standardisierten Bewirtschaftungsauflagen geschaffen worden.

Die Vielfalt der Angebote spiegelt dabei die Vielfalt der zu schützenden Lebensräume und Arten landwirtschaftlicher Flächen wider.

Austausch

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Die Höhe der Zuwendungen für AUM-Nat ist ein fester, flächenbezogener Ausgleich. Er ist durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen als sachverständiger Dienststelle berechnet worden und basiert auf den zur Vereinheitlichung entwickelten Prinzipien der von der EU-Kommission genehmigten nationalen Rahmenregelung (NRR). Die EU-rechtlichen Maßstäbe an die Kalkulation sind dabei rückwärts gerichtet. Nach einem Vergleich der Deckungsbeiträge mit und ohne spezielle Bewirtschaftungsauflagen errechnen sich die Förderhöhen aus dem Durchschnitt der letzten drei Jahre. Es erfolgt keine Kalkulation unter Zugrundelegung von für die Zukunft zu erwartender Entwicklungen.

Um die Aktualität der Berechnungen zu gewährleisten, findet alle zwei Jahre eine marktorientierte Überprüfung statt. Bei signifikanten Veränderungen der Rahmenbedingungen auf den Agrarmärkten während der fünfjährigen Verpflichtungszeit erfolgt unter Berücksichtigung der EU-Vorgaben sowie der vorhandenen Haushaltsmittel ggf. eine Anpassung. Die Veränderung der Preis-Kosten-Relationen kann dabei beide Richtungen betreffen, sowohl nach oben als auch nach unten.

Ansprechpartner für die AUM-Nat im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz sind:

Herr Jürgen Rösemeier-Scheumann, Referat 28, Tel.: 0511-120-3463, Email

und

Herr Frank Kruse, Referat 28, Tel.: 0511-120-3540, Email

Artikel-Informationen

18.09.2017

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