Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Fördermaßnahme "Einhaltung einer Frühjahrsruhe" (FM GL 2)

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Niedersachsen hat eine besondere Verantwortung für den Erhalt von Wiesenvogelarten. Hier brüten etwa zwei Drittel aller Uferschnepfen, die Hälfte der Großen Brachvögel und jeder dritte Kiebitz Deutschlands. Durch Entwässerung und Kultivierung der Moore, die Regulierung von Gewässern, Flurbereinigungen und nicht zuletzt die großflächige Umwandlung von Wiesen und Weiden in intensiv genutzte Äcker haben diese Vogelarten immer weniger Rückzugsgebiete.

GL 2.1 Grundförderung

Gefördert wird eine umweltgerechte Bewirtschaftung durch die Einhaltung einer Frühjahrsruhe auf Dauergrünland außerhalb bestimmter hoheitlich geschützter Gebiete. Die Zuständigkeit für diese Teilmaßnahme liegt beim ML.

GL 2.2 Naturschutzgerechte Bewirtschaftung in bestimmten Schwerpunkträumen des Wiesenvogelschutzes

(Für die Fördermaßnahme (FM) kann 2017 kein Antrag auf Förderung gestellt werden.)


Aufbauend auf der Grundförderung wird im Rahmen einer 5-jährigen Verpflichtung eine zusätzliche Förderung für weitergehende Bewirtschaftungsbedingungen zum Schutz von Wiesenvogelarten in bestimmten Schwerpunkträumen gewährt.

Uferschnepfe, Bildrechte: NLWKN  

In den Schwerpunkträumen des Wiesenvogelschutzes, dies betrifft vor allem die nordwestlichen Regionen Niedersachsens, werden daher speziell an die o.g. Arten angepasste und von der zuständigen UNB festgelegte Bewirtschaftungsvarianten angeboten, die zum Schutz und Erhalt eines günstigen Erhaltungszustandes bzw. der Aufrechterhaltung und ggf. Wiederherstellung einer stabilen, langfristig sich selbst tragenden Population von Wiesenvogelarten beitragen sollen.

Bewirtschaftungsbedingungen sind u.a.

  • Verzicht auf mechanische Bodenbearbeitung, Pflegemaßnahmen (z. B. Walzen, Schleppen, Striegeln), Mähen, Nachsäen und die Ausbringung von Düngemitteln im Frühjahr und
  • Reduzierung der Viehbesatzdichten.

Gefördert werden können Dauergrünlandflächen innerhalb einer festgelegten und jährlich angepassten Förderkulisse in den Landkreisen Aurich, Cloppenburg, Cuxhaven, Diepholz, Emsland, Friesland, Grafschaft Bentheim, Harburg, Leer, Osnabrück, Osterholz, Stade, Wesermarsch und Wittmund sowie in den Städten Emden und Wilhelmshaven und die in den Schwerpunkträumen des Wiesenvogelschutzes liegen. Die derzeit gültige Förderkulisse können Sie hier einsehen.

Da die meisten Wiesenvögel zu Brutbeginn im Frühjahr feuchte und nasse Flächen benötigen, werden auf freiwilliger Basis zusätzlich durchgeführte Maßnahmen zur zeitlichen Vernässung extra honoriert. Ein zusätzliches Entgelt wird auch für einen zusätzlichen Pflegeschnitt im Herbst mit Abräumen des Mähgutes gezahlt.

Sofern die konkrete räumliche Lage der Flächen durch die zuständige UNB festgelegt wird, wird dies wegen der naturschutzfachlichen Optimierung und dem damit einhergehenden Beitrag zu einer überbetrieblichen Biotopvernetzung zusätzlich mit einem jährlichen finanziellen Ausgleich belohnt.

Sonstiges

Weitere Fragen zu den konkreten Bewirtschaftungsbedingungen und Förderhöhen entnehmen Sie bitte dem zum Download beigefügten jeweiligen Merkblatt oder wenden sie sich an die für Sie zuständige UNB bzw. die für Sie zuständige Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.


Kühe  

Informationen insbesondere zur administrativen Abwicklung, wie z.B. zu Allgemeinen Teilnahmebedingungen, Antragsformularen, Muster für förderspezifische Aufzeichnungen einschließlich erläuterndem Merkblatt, Frage-Antwort-Katalog etc. finden Sie auf den Seiten des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.


Artikel-Informationen

15.02.2017

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