Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Cyanit

Cyanide (CN-) sind die Salze der Cyanwasserstoffsäure (Blausäure, HCN). Sie werden ausschließlich technisch erzeugt und sind hoch toxisch. Der Grenzwert nach TrinkwV (2013) liegt bei 50 µg/l.

Benötigt werden Cyanide in großen Mengen zur Härtung von Stahl sowie zur Synthese organischer Verbindungen. Cyanide werden außerdem in der Galvanikindustrie und als Schädlingsbekämpfungsmittel benutzt. Kokereistandorte können mit Cyaniden aus dem Kokereiprozess belastet sein. Cyanid wird auch für die Extraktion von Gold und Silber aus edelmetallarmen Erzen eingesetzt (Kölle, 2010). Ein Eintrag in das Grundwasser ist über die Entsorgung cyanidhaltiger Abfälle und Abwässer denkbar. Blausäure ist ein hoch wirksames Gift, das die Zellatmung blockiert. Kaliumcyanid (Zyankali) zählt neben Arsen(III)oxid zu den klassischen Giften, die mit Tötungsabsicht verabreicht wurden (Kölle, 2010). Cyanid bildet mit vielen Schwermetallen Komplexverbindungen und ist in dieser Form nur gering toxisch. Eine Freisetzung der Cyanide aus den Komplexen ist jedoch möglich. Eine Beurteilung der toxischen Wirkung von Wasserproben ohne den Einsatz von biologischen Tests ist daher oft schwierig (Rump, 1998).


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