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Einführung

Die Beobachtung der Grundwasserstände und die Erfassung der Wasserentnahmemengen dienen der Beschreibung der Grundwasservorräte und ihrer zeitlichen Veränderungen sowie der Überwachung der räumlichen Auswirkungen von Grundwassernutzungen. Diese Kenntnisse sind notwendige Voraussetzungen für eine nachhaltige und bedarfsgerechte Bewirtschaftung unserer Grundwasservorkommen und dienen als Grundlage für wasserwirtschaftliche Planungen und Maßnahmen.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) unterhält und betreibt das landesweite Grundwassermessstellennetz und bereitet die Grundwasserstandsdaten im Rahmen des Gewässerüberwachungssystems Niedersachsen (GÜN) auf.

Der von NLWKN und Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) gebildete Gewässerkundliche Landesdienst (GLD) stellt die Daten für wasserwirtschaftliche sowie sonstige umweltrelevante Planungen und Maßnahmen zur Verfügung. In der zentralen Landesdatenbank werden die Daten zusammengeführt und Dritten zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Wasserentnahmen werden im niedersächsischen Wasserbuch (WBE) durch die unteren Wasserbehörden erfasst. Die Daten des niedersächsischen Wasserbuchs (WBE) sind ebenfalls über die Landesdatenbank (LDB) einsehbar.

Der NLWKN veröffentlicht Messergebnisse, Auswertungen und Trends zum Grundwasserstand im Grundwasserbericht sowie in den Gewässerkundlichen Monatsberichten. Das LBEG veröffentlicht Informationen zum Grundwasser, wie z.B. Lage der Grundwasseroberfläche oder Grundwasserneubildung über den NIBIS Kartenserver.

Neben den hier vorgestellten Auswertungen des Grundwasserstands wird eine Auswahl von Grundwasserganglinien zeitlich verzögert im Deutschen Gewässerkundlichen Jahrbuch publiziert.

Der Grundwasserstand und seine Veränderungen werden hauptsächlich von folgenden Faktoren beeinflusst:

  • Natürliche Faktoren:

    • Klimatische Verhältnisse (z. B. Niederschlag, Temperatur, Verdunstung) und als Folge davon die Grundwasserneubildung,

    • Gestalt der Geländeoberfläche (Morphologie),

    • oberirdisches Gewässernetz,

    • Bodentyp, Bodenart,

    • Geologie und Hydrogeologie des Untergrundes,

  • Anthropogene Faktoren:

    • Grundwasserentnahmen,

    • Landnutzung,

    • Versiegelung der Erdoberfläche,

    • Stauhaltungen,

    • Gewässerausbau,

    • Meliorationsmaßnahmen,

    • Einleitungen in das Grundwasser,

    • Einbauten in das Grundwasser,

    • Abbau von Bodenschätzen.

Unter Berücksichtigung der genannten Einflussfaktoren gibt es zwei große Gruppen von Messstellen: Solche, die vom Menschen weitgehend unbeeinflusst den natürlichen Grundwasserstand und seinen zeitlichen Gang erkennen lassen, und solche, deren Messergebnisse mehr oder weniger stark von menschlichen Einflüssen (z.B. Grundwasserentnahmen) bestimmt werden. Diese unterschiedlichen Einflüsse müssen bei der Interpretation von Grundwasserstandsdaten berücksichtigt werden.

Mit Inkrafttreten der EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL beim BMUB) am 22.12.2000 wurden über 50 wasserrechtliche EG-Vorschriften in einer Richtlinie zusammengefasst. Der Geltungsbereich umfasst Fließgewässer, Seen, Grundwasser und Küstengewässer.

In Niedersachsen ist die Beurteilung des „mengenmäßigen Zustandes" des oberflächennahen Grundwassers als Bestandteil des ersten Bewirtschaftungsplans (2010-2015) in einer Betrachtung des gesamten Grundwassersystems erfolgt.

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