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Trinkwasserschutz und Landwirtschaft

Da Grundwasser überwiegend in ländlichen Regionen gefördert wird, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen vorsorgenden Grundwasserschutz. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Verminderung der Nitrateinträge in das Grundwasser. Seit 1992 ist dieser Kooperationsgedanke im NWG verankert. In allen niedersächsischen Gebieten mit Trinkwasserförderung besteht die Möglichkeit, Kooperationen zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft zu gründen. Die Kooperation soll Konflikte bewältigen und einvernehmliche Lösungen im Sinne des Trinkwasserschutzes herausarbeiten.

Die wichtigsten Bausteine des Kooperationsmodells sind die Wasserschutzzusatzberatung für Landwirte und freiwillige Vereinbarungen zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft. Freiwillige Vereinbarungen sind vertraglichen Regelungen, mit denen Bewirtschaftungsbedingungen vereinbart werden, die mit dem Ziel des Grundwasserschutzes über die ordnungsgemäße Landbewirtschaftung hinausgehen. Dabei entstehende wirtschaftliche Nachteile bzw. Mehraufwendungen werden finanziell honoriert. Daneben werden Flächenerwerb, Modell- und Pilotvorhaben sowie Arbeiten zum Grundwasserschutz der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als Fachbehörde der Agrarwirtschaft gefördert. Die Kosten dafür werden aus der Wasserentnahmegebühr mit ca. 0,05 €/m³ Trinkwasser finanziert. Die Beratung wird aus Mitteln der Europäischen Union kofinanziert. Über das Prioritätenprogramm Trinkwasserschutz erfolgt eine transparente Zuteilung der Gelder.

Im Jahr 2011 umfasste das Niedersächsische Kooperationsmodell 375 Trinkwassergewinnungsgebiete mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 308.041 Hektar, was 11,8 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Niedersachsens entsprach. Landesweit haben sich 74 Kooperationen zusammengeschlossen.

Im Rahmen des Kooperationsmodells wurden im Jahr 2011 Aufwendungen in Höhe von ca. 11,4 Mio. € pro Jahr für die Freiwilligen Vereinbarungen und 6,2 Mio. € für Wasserschutzberatung verwandt. Die Erfolge dieser Kooperation werden vom NLWKN im Rahmen des Grundwasserberichtes Niedersachsen im Themenmodul Trinkwasserschutzkooperation veröffentlicht.

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