Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Schadstoffunfallbekämpfung

Um Gefahren durch wassergefährdende Stoffe im niedersächsischen Küstengewässer und in den Unterläufen von Elbe, Ems und Weser abzuwehren, sind an verschiedenen Standorten Ölwehrstützpunkte eingerichtet, in denen Spezialgeräte für die Schadstoffunfallbekämpfung an Stränden und Ufern stationiert sind (Abb. 10). Hinzu kommen die entlang der niedersächsischen Küste in mehreren Häfen stationierten Spezialschiffe mit moderner Ausrüstung zur Schadstoffunfallbekämpfung.

Abb-10-Hägglundsfahrzeuge
Abb. 10 Hägglundsfahrzeuge
Abb.11 Schadstoffunfälle  
Abb.11 Schadstoffunfälle

Bereits vor mehr als 30 Jahren erkannte man, dass ein einzelnes Küstenland bei der Bewältigung eines großen Schadstoffunfalls auf dem Wasser schnell an seine Leistungsgrenzen stößt. Aus diesem Grund haben sich der Bund und die fünf Küstenländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu einer Partnergemeinschaft zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen zusammengeschlossen. Mit dem Havariekommando (www.havariekommando.de), das am 1. Januar 2003 seinen Wirkbetrieb in Cuxhaven aufgenommen hat, wurde im Rahmen dieser Partnergemeinschaft eine Einrichtung geschaffen, deren Ziel ein gemeinsames Unfallmanagement in Nord- und Ostsee ist. Das Havariekommando bündelt die Verantwortung für die Planung, Vorbereitung, Übung und Durchführung von Maßnahmen zur Menschenrettung, zur Schadstoffunfallbekämpfung, zur Brandbekämpfung, zur Hilfeleistung, zur Bergung bei komplexen Schäden auf See sowie die zentrale Öffentlichkeitsarbeit über das Ereignis und die Bekämpfung seiner Folgen. Um eine schnelle Entscheidungsfindung im Havariefall zu unterstützen, wurde der Vorsorgeplan Schadstoffunfallbekämpfung (VPS) geschaffen. Er enthält eine Vielzahl von Daten über die Küstenbeschaffenheit, Schutzgüter oder Nutzungsarten sowie Alarmpläne, Gerätestützpunkte, beteiligte Behörden und Ersteinsatzinformationen. Nähere Informationen können im Internet unter www.vps-web.de abgerufen werden.

In den deutschen Meeresgebieten sind trotz hoher Vorsorgestandards insbesondere im Bereich der Seeverkehrsüberwachung nach wie vor mehrere komplexe Schadstoffunfälle pro Jahr zu verzeichnen, die wahrscheinlich auch in Zukunft auftreten werden (Abb. 11). Im Rahmen der geschaffenen Struktur der maritimen Notfallvorsorge unter der Gesamteinsatzleitung des Havariekommandos konnten alle Schadenslagen erfolgreich abgearbeitet werden, ohne dass wesentliche Umweltschäden zu verzeichnen waren. Von einem großen Ölunfall ist die niedersächsische Küste seit 1998 glücklicherweise verschont geblieben.

Niedersachsen hat gemeinsam mit den Partnerländern das Systemkonzept Schadstoffunfallbekämpfung von 1990 Ende 2008 einer Evaluation unterzogen und auf der Basis einer aktualisierten Gefährdungsabschätzung für das Havarierisiko in den deutschen Küstengewässern neu gefasst. Darüber hinaus wird ein Konzept zur Versorgung verölter Tiere entwickelt.

Artikel-Informationen

01.03.2011

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