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Integriertes Küstenzonenmanagement

Die vielfältigen Nutzungs- und Schutzansprüche (Abb. 1, Abb. 2, Abb. 3) in der Küstenregion erfordern eine übergreifende und auf Nachhaltigkeit angelegte Betrachtungsweise. Hier setzt das Integrierte Küstenzonenmanagement (IKZM) an, dessen schrittweise Umsetzung durch die Europäische Union seit 1999 vorangetrieben wird. Es handelt sich hierbei um den dynamischen, multidisziplinären und iterativen Prozess der Förderung einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Küstengebietes. Dabei bezieht sich „integriert" sowohl auf die Ziele als auch auf die Integration aller Instrumente, Politikbereiche, Verwaltungsebenen und die zeitliche sowie räumliche Integration der terrestrischen wie der maritimen Komponenten des Gebietes (EU-Kommission, 2000).

Abb-1-Deckwerk-Hotels
Abb. 1 Deckwerk und Hotels
Abb-2-Hafen
Abb. 2 Hafen
Abb-3-Kutter
Abb. 3 Kutter beim Fang

Als übergeordnetes Ziel des Integrierten Küstenzonenmanagements formuliert die Europäische Kommission: "IKZM versucht langfristig ein Gleichgewicht herzustellen zwischen den Vorteilen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Nutzung der Küstengebiete durch den Menschen, den Vorteilen des Schutzes, des Erhalts und der Wiederherstellung der Küstengebiete, den Vorteilen einer Minimierung der Verluste an menschlichem Leben und Eigentum sowie den Vorteilen des Zugangs der Öffentlichkeit zu und der Freude an den Küstenzonen, und zwar stets innerhalb der durch die natürliche Dynamik und Belastbarkeit gesetzten Grenzen" (EU-Kommission, 1999). Dieses Ziel wird durch eine Empfehlung des Europäischen Parlamentes und des Europäischen Rates an die Mitgliedstaaten aus dem Jahr 2002 weiter präzisiert (Abb. 4).

Abb.4 Europäisches Parlament und Europäischer Rat: Umsetzung einer Strategie für ein integriertes Management der Küstengebiete in Europa (2002/413/EG)  
Abb.4 Europäisches Parlament und Europäischer Rat: Umsetzung einer Strategie für ein integriertes Management der Küstengebiete in Europa

Im Jahr 2006 haben die Mitgliedstaaten der EU-Kommission ihre Erfahrungen bei der Umsetzung der IKZM-Empfehlung berichtet. Im Frühjahr 2005 hatte die Bundesregierung einen Bund-Küstenländer- Arbeitskreis zur Erarbeitung einer nationalen IKZM-Strategie eingerichtet, in der auch Niedersachsen vertreten war. Die Ergebnisse dieses Arbeitskreises sind in den oben genannten EU-Bericht eingeflossen. Zurzeit untersucht das Bundesumweltministerium den Bedarf für die in der nationalen IKZM-Strategie angeregte Einrichtung einer IKZM-Koordinierungsstelle, die inzwischen unter dem Namen „IKZM Küsten-Kontor" firmiert. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und endet 2010. Die norddeutschen Küstenländer sind in einem eigens dafür eingerichteten Projektbeirat vertreten.

Die IKZM-Aktivitäten auf Landesebene wurden bereits oben dargestellt. Es handelt sich dabei um das Raumordnungskonzept Küste (ROKK) und die 2009 neu eingerichtete IKZM-Plattform. Daüber hinaus fand 2007 eine gemeinsame IKZM-Konferenz der Küstenländer und der Akademie für Raumforschung und Landesplanung statt, die mit der „Gemeinsamen Erklärung von Lübeck" abschloss.

Neben den beschriebenen Aktivitäten war IKZM ein Aspekt in diversen Interreg-Projekten (z.B. HARBASINS).

Artikel-Informationen

01.03.2011

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