Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Energiegewinnung

An der windreichen Nordsee sind die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb von Windenergieanlagen günstig. Dies hat mit dazu geführt, dass in Küstennähe heute ein großer Teil der über 5.411 Windkraftanlagen in Niedersachsen steht (siehe Kapitel 5.1 Erneuerbare Energien). Entlang der niedersächsischen Küste wurden bis Mitte 2009 nach einer Erhebung des Deutschen Windenergie-Instituts rund 30 Prozent aller in Niedersachsen installierten Windkraftanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von rund 1.900 Megawatt (Abb. 17) errichtet.

Zudem hat der Ausbau der Offshore-Windenergie begonnen. Ende 2012 waren 49 Anlagen mit einer Leistung von circa 245 Megawatt in der Nordsee installiert, die über Niedersachsen an das deutsche Übertragungsnetz angebunden sind. Der weitere Ausbau dieser regenerativen Stromerzeugungsart in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Bundesrepublik Deutschland (siehe Abbildung 18) wird von Niedersachsen insbesondere durch die Ausweisung von Leitungstrassen und die Bereitstellung von Hafeninfrastrukturen unterstützt. .





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Abb. 18 Offshore-Windparks in der Nordsee

Der Betrieb von großen Windparks in der Nord und Ostsee wird für die Umstellung der Stromerzeugung auf erneuerbare Quellen einen wichtigen Beitrag leisten (siehe Kapitel 6.3 Raumordnung und Küstenmeer). Mit der hohen erzielbaren Volllaststundenzahl von rund 4.500 Jahresstunden kann die Offshore-Windenergie zudem entscheidend zur Versorgungssicherheit beitragen und reduziert die Abhängigkeit der Bundesrepublik Deutschland von der Einfuhr fossiler Primärenergieträger.

Der Betrieb von großen Windparks in der Nord und Ostsee soll für den Energiemix der künftigen Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland einen wichtigen Beitrag leisten (siehe Kapitel 6.3 Raumordnung im Küstenmeer). Das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat seit 2001 in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee vierundzwanzig Genehmigungen für Windparks erteilt (Abb. 18). Diese Abbildung kann als PDF-Datei beim BSH heruntergeladen werden.


In Niedersachsen werden wesentliche Voraussetzungen für die Entwicklung der Offshore-Windenergie geschaffen. Das Leerrohrbauwerk zur Aufnahme von Kabeln auf der Insel Norderney, mit denen 8 Windparkprojekte mit rund 3.000 Megawatt elektrischer Leistung an das Stromnetz angeschlossen werden können, wurde 2008 fertig gestellt. Eine weitere Trasse, die voraussichtlich weitere rund 3.000 Megawatt Leistung aufnehmen kann, wird nach Ausschöpfung der Norderney-Trasse zur Verfügung stehen. Diese Ems-Trasse ist inzwischen raumordnerisch ausgewiesen. Eine zusätzliche dritte Trasse wird im Rahmen der Netzentwicklungsplanung geplant beziehungsweise erarbeitet.

Als negative Auswirkungen durch den Bau und Betrieb von Offshore- Windkraftanlagen auf die Meeresumwelt sind vor allem Scheuchwirkungen, Orientierungsstörungen und Stresserhöhung bei Meeressäugern, Fischen und Vögeln möglich, bei letzteren zusätzlich Verluste durch Vogelschlag. Auch bei den am und im Boden lebenden Pflanzen und Tieren sind Lebensraumverluste und Veränderungen der Lebensgemeinschaften nicht auszuschließen. In den Genehmigungsverfahren werden weiterhin mögliche Gefährdungen des Schiffsverkehrs entlang der niedersächsischen Küste durch Kollision mit Windkraftanlagen geprüft. Die möglichen Auswirkungen der Offshore-Windparks sind durch die zuständigen Bundesbehörden nach der Errichtung weiter zu untersuchen und auszuwerten.



Artikel-Informationen

25.09.2013

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