Tourismus | Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
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Tourismus

Die Niedersächsische Nordseeküste ist nicht nur einzigartiger Naturraum und seit 1986 als Nationalpark geschützt, sondern seit mehr als 150 Jahren Erholungsraum des Menschen. Das erste Seebad wurde schon 1797 auf Norderney gegründet. Inzwischen hat die Ferienregion "Südliche Nordsee" mit ihren sieben Inseln und vielen Küstenbadeorten jährlich 3 Millionen Übernachtungsgäste zuzüglich ebenso vieler Tagesgäste (BfN, 2009).

Das Hauptkapital des Fremdenverkehrs an der niedersächsischen Küste ist die intakte Natur und das Erholen in gesunder Luft und schöner Landschaft. Dies und das Erleben der Natur sind für die überwiegende Zahl der Deutschen die zentralen Urlaubsmotive. Für 72% der Deutschen sind Nationalparke generell ein bevorzugtes Urlaubsziel (BfN 2005).

Abb.9 Gästezahlen (in Tausend)  

Die besondere Anziehungskraft von Nationalparken spiegelt sich in der Entwicklung der Gästezahlen wider, die sich seit Einrichtung des Nationalparks beispielsweise auf den Ostfriesischen Inseln und in den ostfriesischen Küstenbadeorten bis heute nahezu verdoppelt haben (Abb. 9). Sie zeigt sich aber auch in den hohen regionalökonomischen Effekten durch Nationalparktouristen. Die Studie der Universität Würzburg (BfN, 2009) zur wirtschaftlichen Bedeutung von Nationalparken für den Fremdenverkehr zeigt, dass es sich bei ca. 11% der Urlauber im Nationalpark um Nationalparktouristen im engeren Sinne handelt. Also Urlauber, die die Region nur besuchen, weil es hier einen Nationalpark gibt. Der daraus resultierende Bruttoumsatz beträgt mehr als 115 Millionen Euro und entspricht einem Einkommensäquivalent von knapp 3.400 Personen. Die Studie kommt weiterhin zu dem Ergebnis, dass gerade vor dem Hintergrund der Anerkennung als UNESCO- Weltnaturerbestätte die Wirkung des Nationalparks als Attraktion und Alleinstellungsmerkmal auch für die Fremdenverkehrswirtschaft zukünftig noch stärker an Bedeutung gewinnen wird.

Damit bildet der Nationalpark selbst einen nicht zu unterschätzenden Faktor für den Fremdenverkehr. Zwei bis drei Millionen Urlaubsgäste erfahren hier ursprüngliche Natur, finden gesundes Reizklima, saubere Luft, Ruhe und Erholung im Miteinander mit Natur und Landschaft.

Abb-8-Wanderwege
Abb. 8 Wanderweg

Mit der Ernennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe ist die Einzigartigkeit der Natur des Wattenmeeres von der Weltgemeinschaft anerkannt worden, aber auch die Verpflichtung verbunden, ein nachhaltiges Tourismuskonzept zu entwickeln. Welterbetourismus bedeutet nachhaltiger Qualitätstourismus. Der Schwerpunkt der Tourismusentwicklung wird zukünftig noch stärker auf einem nachhaltigen, hochwertigen und mit den Zielen des Nationalparks und des Weltnaturerbes vereinbaren Tourismus liegen müssen. Weiteres Ziel in diesem Zusammenhang ist Förderung von Projekten für eine nachhaltige Regionalentwicklung auch außerhalb des Nationalparks als UNESCO-Biosphärenreservat, die Einrichtung eines Netzwerkes von Nationalpark- und Biosphärenreservats Partner zur Förderung von qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Tourismusangeboten sowie zur Förderung regionaler Produkte und Wirtschaftskreisläufe.

Als besonders erfolgreiches Beispiel für nachhaltigen Qualitätstourismus sind die seit 2009 jährlich im Herbst stattfindenden Zugvogeltage zu nennen. Die neuntägige Veranstaltungsreihe umfasst mittlerweile um die 200 Einzelangebote entlang der Küste und auf den Inseln, wobei die Faszination Vogelzug in vielfältiger Weise fachlich und emotional vermittelt wird.

Während die Unterkünfte und Hauptbadestrände außerhalb des Nationalparks liegen, finden die naturbezogenen Aktivitäten der Urlauber wie Wandern, Wattwandern, Naturbeobachtung, Radfahren, Reiten oder Wassersport im Schutzgebiet statt.

Mit seinen Schutzkonzepten stellt der Nationalpark sicher, dass trotz der Aktivitäten der Menschen diese unverwechselbare Natur des Weltnaturerbegebietes mit ihren einzigartigen Lebensräumen auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Mehr als das: Der Fremdenverkehr im Nationalpark bietet auch eine Chance, Urlauber und Einheimische für die Belange des Natur- und Umweltschutzes zu sensibilisieren. Mit den vom Land geförderten UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentren in Wilhelmshaven und Cuxhaven und 14 Nationalpark-Häusern, sowie zahlreichen weiteren Informationseinrichtungen und -materialien, Naturpfaden, Beobachtungsmöglichkeiten und anderem mehr bietet der Nationalpark den Besuchern zahlreiche Möglichkeiten, sich über die schützenswerte Natur zu informieren und sie bewusst zu erleben (siehe Fotos unten und Kapitel 2.5). Über ein gut ausgebautes Netz an Wander-, Rad- und Reitwegen ist sichergestellt, dass selbst in der Ruhezone ein Erleben von Natur und Landschaft in all ihren Facetten möglich bleibt, ohne Störungen in die Fläche hineinzutragen (Abb. 8). Im Gebiet selbst sorgt ein System aus hauptamtlichen Nationalparkwarten, Freiwilligen, ehrenamtlichen Landschaftswarten und Mitarbeitern verschiedener Naturschutzverbände für die Information und Betreuung der Besucher. Die Niedersächsische Nordseeküste ist nicht nur einzigartiger Naturraum und seit 1986 als Nationalpark geschützt, sondern seit mehr als 150 Jahren Erholungsraum des Menschen.

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Zertifizierte Nationalpark Erlebnisfahrt
Foto__Infopavillon_Spiekeroog
Infopavillon Spiekeroog
6.2_Foto_Wattwanderung_mit_zertifiziertem_Wattführer
Wattwanderung mit zertifiziertem Wattführer
Artikel-Informationen

25.09.2013

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