Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Umweltgerechte Gestaltung von Produkten

Der vorsorgende produktions- und produktbezogene Umweltschutz rückt zunehmend in den Vordergrund der Umweltpolitik und des öffentlichen Interesses. Im Sinne des Leitbildes der Nachhaltigkeit soll bereits vor der Produktion und dem Gebrauch des Produkts eine systematische Integration von Umweltschutzaspekten in die Produktplanung und -entwicklung stattfinden. Aufgrund ökonomischer Betrachtungen werden mit den Vorgaben in der Produktgestaltung bereits bis zu 70 Prozent der (ökonomischen) Herstellungskosten festgelegt. In einem ähnlichen Ausmaß werden auch die ökologischen Auswirkungen durch die Produktgestaltung bestimmt. Produktentwicklung und -design sind somit die wesentlichen Schlüsselbereiche, um Produkte ökologisch zu gestalten und ihre Auswirkungen auf die Umwelt im Verlauf ihres Lebensweges zu minimieren. Eine Methode hierzu bietet das „Ökodesign". Ökodesign beschreibt die systematische Vorgehensweise, möglichst frühzeitig ökologische Aspekte in den Produktplanungs-, -entwicklungs- und -gestaltungsprozess einzubringen. Das heißt, zu den klassischen Kriterien der Produktentwicklung wie Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Zuverlässigkeit usw. kommt die Anforderung "Umwelt" hinzu. Ziel ist es, Produkte zu entwickeln, die bei optimaler Funktion ein Minimum an Ressourcen und Energie benötigen, sowie keine oder nur die zur Funktionsfähigkeit unabdingbar erforderlichen Schadstoffe enthalten. Darüber hinaus sind Emissionen und Abfallanfall zu minimieren. Die Anforderungen gelten für den gesamten Produktlebenszyklus (Life Cycle Thinking). Zusätzlich birgt eine vorsorge- und umweltorientierte Produktentwicklung große Potenziale, eine Einheit zwischen ökologischen und ökonomischen Zielen herzustellen. Beispielsweise können Entsorgungskosten oder Kosten für nachsorgende Umweltschutzmaßnahmen vermieden werden.

Dieses Prinzip wird zuallererst durch die Ökodesign-Richtlinie umgesetzt, es zieht sich aber auch wie ein roter Faden durch die Regelungen der Abfallwirtschaft, wie z.B. dem Batteriegesetz, der Elektrostoffverordnung, der Verpackungsverordnung und der Altfahrzeugverordnung, die jeweils für ihre Stoffströme darauf zielen, die Schadstoffe in den Produkten im Hinblick auf eine problemlose Entsorgung zu begrenzen.


Ökodesign-Richtlinie und Energieverbrauchkennzeichnungs-Richtlinie

Die EU-Richtlinie 2009/125/EG oder auch Ökodesign-Richtlinie genannt bildet den europäischen Rechtsrahmen für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte. Die Richtlinie gilt seit Oktober 2009 und löst damit die erste Fassung aus dem Jahr 2005 ab, welche noch auf den Teilbereich energiebetriebener Produkte (Energy using Products - EuP) beschränkt war.

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:285:0010:0035:DE:PDF

Flankiert wird die Ökodesign-Richtlinie von der EU-Richtlinie 2010/30/EU zur Energieverbrauchskennzeichnung über die Angabe des Verbrauchs an Energie und anderen Ressourcen durch energieverbrauchsrelevante Produkte mittels einheitlicher Etiketten und Produktinformationen.

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2010:153:0001:0012:DE:PDF


Energieverbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz (EVPG)

Die nationale Umsetzung der novellierten Ökodesign-Richtlinie erfolgte unter der Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums durch das Energie­verbrauchs­relevante-Produkte-Gesetz (EVPG) zuletzt geändert am 31.5.2013. Der Anwendungsbereich des Gesetzes umfasst alle energieverbrauchsrelevanten Massenprodukte, deren Umweltaspekte, besonders im Hinblick auf Energieverbrauch und gefährlichen Abfall, Verbesserungspotenzial aufweisen. Diese können dann durch entsprechend in Durchführungsverordnungen formulierte Anforderungen vom EU-Binnenmarkt ausgeschlossen werden.

http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/ebpg/gesamt.pdf


Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (EnVKG)

Entsprechend in nationales Recht umgesetzt wurde die Energieverbrauchskennzeichnungs-Richtlinie durch das Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (EnVKG) vom 10.05.2012. Der Anwendungsbereich entspricht der des EVPG. Durch europäische Verordnungen werden die Anforderungen an die Kennzeichnung zum Beispiel im Hinblick auf Energie- oder auch Wasserverbrauch festgelegt. Das Gesetz schließt zusätzlich die Verordnungen für die Reifenkennzeichnung und die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung ein.


Marktaufsicht / Akkreditierung

Um das Vertrauen in die Qualität von Konformitätsbewertungen von Produkten und die Glaubwürdigkeit der CE-Kennzeichnung zu stärken, wurde mit dem Inkrafttreten der Marktüberwachungs- und Akkreditierungsverordnung (EU) Nr. 765/2008 zum 01.01.2010 (http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:218:0030:0047:DE:PDF) die bestehende Marktaufsicht gestärkt und das Akkreditierungswesen europaweit vereinheitlicht. Dies hat einen direkten Einfluss auf den Schutz der Menschen und des Lebensraums von Produkten, die eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit darstellen.


Artikel-Informationen

16.02.2016

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