Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Altfahrzeuge

Durch die Altfahrzeug-Verordnung vom 21. Juni 2002 wurde die EU-Richtlinie 2000/53/EG über Altfahrzeuge in nationales Recht umgesetzt. Der Altfahrzeug-Verordnung regelt im Wesentlichen den Umgang mit zu Abfall gewordenen Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen (bis zu 3,5 Mg).

Unbehandelte Altfahrzeuge sind gefährliche Abfälle. Sie werden in mehreren Stufen behandelt. Zur Abwehr von Gefahren für Umwelt und Gesundheit werden sie zuerst trockengelegt und von Schadstoffen entfrachtet. Danach werden die Altfahrzeuge demontiert, mit dem Ziel die dabei gewonnenen Stoffe wieder in den Kreislauf zurückzuführen und so Ressourcen zu schonen. Dies gilt besonders für die gewonnenen Metalle. Daneben werden Ersatzteile zur Wiederverwendung ausgebaut und zum Verkauf vorgehalten.

Seit 2006 müssen die Wirtschaftsbeteiligten (d.h. Hersteller, Importeure und Entsorgungswirtschaft) sicherstellen, dass mindestens 85 Prozent des Durchschnittsgewichtes der zurückgenommenen Altfahrzeuge wiederverwendet und verwertet werden. Davon müssen mindestens 80 Prozent stofflich verwertet und wiederverwendet werden. Seit 2015 hat sich die Quote der Wiederverwendung und Verwertung (energetisch und stofflich) auf 95 Prozent und die stoffliche Verwertungs- und Wiederverwendungsquote auf 85 Prozent erhöht. Deutschland hat bisher die Quoten stets erfüllt. Dies galt auch für das deutlich erhöhte Aufkommen durch die Umweltprämie, wodurch die Entsorgungswirtschaft vor große Herausforderungen gestellt wurde. Im Einzelnen können die Zahlen auf den Internetseiten des Umweltbundesamtes nachvollzogen werden. Für Fahrzeughersteller und Importeure gilt die Verpflichtung, alle Altfahrzeuge ihrer Marke vom letzten Fahrzeughalter zurückzunehmen. Dazu müssen die Hersteller ein flächendeckendes Rücknahmenetz für Altfahrzeuge durch anerkannte Rücknahmestellen und Demontagebetriebe schaffen. Das bedeutet, jeder letzte Fahrzeugbesitzer muss sein Altfahrzeug in einem Umkreis von weniger als 50 Kilometer zurückgeben können.

Darüber hinaus müssen Hersteller und Vertreiber von Bau- und Ersatzteilen sicherstellen, dass diese von gewerblichen Reparaturbetrieben zurückgenommen und einer ordnungsgemäßen Abfallentsorgung zugeführt werden. Seit dem 1. Juli 2003 ist die Verwendung der Schwermetalle Cadmium, Quecksilber, Blei und sechswertiges Chrom sowohl in Fahrzeugen, als auch in Bauteilen grundsätzlich verboten. Die noch möglichen Ausnahmen regelt der Anhang II der Altfahrzeugrichtlinie in Abhängigkeit fortschreitender technologischer Entwicklung und dem Vorhandensein von Alternativlösungen.


Artikel-Informationen

16.02.2016

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