Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Schachtanlage Asse II

Am Anfang des so genannten „Forschungsbergwerks Asse" stand im Jahr 1967 eine versuchsweise Einlagerung von einigen schwach- und mittelradioaktiven Fässern mit radioaktivem Abfall in einem stillgelegten Kalibergwerk. Nach fast 50 Jahren gilt die Asse heute als ein Symbol für das Versagen von Politik und Wissenschaft bei der Entsorgung von radioaktivem Abfall.

Die Einlagerung von ca. 126.500 radioaktiv belasteten Fässern und Gebinden in die Asse - ein marodes, gebirgsmechanisch stark geschädigtes Grubengebäude hat nicht nur der Glaubwürdigkeit staatlichen Handelns in Frage gestellt, sondern auch das Grundvertrauen der Menschen in eine sichere Entsorgung des radioaktiven Abfalls gestört. Dieses Vertrauen gilt es nunmehr auf nachhaltige und bestmögliche Weise wieder zurückzugewinnen.

Gefordert hierbei ist in erster Linie der Bund, der das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) 2009 mit dem Betrieb und der Stilllegung der Asse beauftragt hatte. In einem Optionenvergleich zwischen Vollverfüllung, Umlagerung und Rückholung der Abfälle hat sich das BfS entschieden, die Abfälle zurückzuholen. Der Vorrang einer vorherigen Rückholung der Abfälle aus der Asse vor ihrer Stilllegung wurde 2013 im Atomgesetz rechtlich verankert. Er gilt, soweit und solange dies technisch möglich und radiologisch vertretbar ist.

Die Rückholung von ca. 47.000 m³ radioaktiv belasteten Gebinden und Fässern, zuzüglich des radioaktiv belasteten Salzgesteins, ist extrem anspruchsvoll und weltweit einmalig. Während der Offenhaltung und geplanten Rückholung liegen nicht auszuschließende Risiken oder sogar Abbruchgründe in einem fortlaufenden Zufluss von gesättigten Salzlösungen von täglich ca. 12.000 Litern, der sich jederzeit drastisch erhöhen kann. Die Risiken liegen aber auch in den hohen geomechanischen Belastungen und Entfestigungen des Grubengebäudes.

Zur Vorbereitung der Rückholung muss zunächst das vorhandene Bergwerk nachhaltig sicher ertüchtigt werden. Hierzu müssen vorrangig weitere Maßnahmen zur Notfallvorsorge und zur Errichtung neuer Infrastrukturräume, insbesondere eines neuen Schachtes, umgesetzt werden.

Die Standorte für die Zwischenlagerung und Konditionierung der rückgeholten Abfälle sind ebenso wie der Standort ihrer Endlagerung heute noch offen.

Da eine Bergung der Abfälle nach derzeitigem Entwicklungs- und Wissensstand einen erheblichen zeitlichen Vorlauf erwarten lässt, unterliegen alle Planungen und Umsetzungsmaßnahmen des Betreibers in der Asse einem hohen Grad an Vorsicht, Sorgfalt und Nachhaltigkeit, um das Rückholungsziel nicht zu gefährden.

Auch die in Niedersachsen zuständige atom- und strahlenschutzrechtliche Genehmigungsbehörde (Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz) sowie die bergrechtliche Aufsichts- und Zulassungsbehörde (Niedersächsisches Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie) stellen sich dabei den großen Aufgaben und Anforderungen, die an die Stilllegung der Asse gestellt werden.

Artikel-Informationen

16.02.2016

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