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Zwischenlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfall/ Landessammelstelle

In Niedersachsen werden an sechs Standorten nachfolgende Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktiven Abfall betrieben. Die Abfälle lagern in Stahlblechfässern, Gussbehältern, Fässern mit Betonabschirmungen und Endlager-Containern.

Jedes Land ist vom Gesetzgeber verpflichtet, eine sog. Landessammelstelle einzurichten. Dort muss schwach- und mittelradioaktiver Abfall, der in der Forschung, im medizinischen Bereich oder in der nicht kerntechnischen Industrie anfällt, abgeliefert werden. Niedersachsen wird beim Betrieb der Landessammelstelle seit 2002 durch die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) unterstützt. In ihrer Betriebsstätte auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich wird der Abfall angenommen und behandelt (konditioniert). Bevor radioaktiver Abfall in ein Endlager darf, muss er zunächst nach detaillierten Endlagervorgaben in einen chemisch stabilen Zustand gebracht werden. Er wird u. a. getrocknet, verbrannt, verpresst oder geschmolzen und anschließend in Endlager-Container verpackt.

Die Landessammelstelle Niedersachsen lagert ihre fertigen Container bis zur Abgabe an das Endlager im Zwischenlager Leese. Dort befindet sich auch eine große Menge an älteren Abfallfässern, die bereits in den 1980er und 1990er Jahren in der ehemaligen Landessammelstelle Steyerberg angenommen wurden. Steyerberg musste aus Kapazitätsgründen im Jahr 2000 geschlossen werden. Mittlerweile weisen die bis zu 30 Jahre alten Steyerberg-Fässer vereinzelt Roststellen auf. Das Konzept der Fasslagerung in Leese war für eine derartig lange Zwischenlagerzeit nicht ausgelegt.

Aus diesem Grund soll in Leese eine den aktuellen technischen Anforderungen entsprechende Halle neu gebaut werden. Niedersachsen muss vorbeugen und kann sich nicht auf das angekündigte Fertigstellungsdatum für Konrad verlassen. Eine für die Bevölkerung und das Betriebspersonal sichere Zwischenlagerung steht im Vordergrund und muss bis zur tatsächlichen Abgabe an das Endlager gewährleistet sein.


Umweltbericht 2015  
Artikel-Informationen

16.02.2016

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