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Altlasten

Altlasten stellen potenzielle Gefahrenquellen für die Schutzgüter Boden, Wasser und Luft dar. Eine Gefährdung kann u. a. durch Sickerwasser, durch Abschwemmung oder Verwehung von belastetem Bodenmaterial oder durch Boden-/Deponiegasaustritte hervorgerufen werden. Mittelbar kann es zu einer Gefährdung der menschlichen Gesundheit kommen. In bestimmten Situationen können auch gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse beeinträchtigt sein. Der Umgang mit Altlasten stellt für unsere Gesellschaft eine komplexe und, wie sich herausgestellt hat, auch langfristige Aufgabe dar. Das Ziel der Altlastenbearbeitung ist, neben der akuten Abwehr von Gefahren, verunreinigte Flächen zu sanieren und dadurch für den Menschen wieder nutzbar zu machen. (s. auch Internetlink:http://www.lbeg.niedersachsen.de/boden_grundwasser/altlasten/736.html)

Bei den Altlasten werden die Altablagerungen von den Altstandorten unterschieden:


Altablagerungen
Unter Altablagerungen werden im Sinne des Bodenschutzrechts stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen sowie sonstige Grundstücke verstanden, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder abgelagert worden sind.

Vor der gesetzlichen Neuordnung der Abfallbeseitigung im Jahre 1972 wurden Abfälle vielfach in ungeeigneter Weise abgelagert. Im Rahmen des Altlastenprogramms des Landes Niedersachsen werden seit 1985 die Altablagerungen systematisch erfasst, bewertet und in Einzelfällen erkundet. Ziel ist es, nach einem landesweit einheitlichen Rahmen herauszufinden, wo sich die gefährlichsten Altlasten befinden und welche zuerst saniert werden müssen. Die Erfassung ist mit 10.395 altlastverdächtigen Altablagerungen nahezu vollständig abgeschlossen. Mittlerweile liegen auch mehr als 2.987 Gefährdungsabschätzungen vor (28 %). Saniert worden sind in Niedersachsen bisher 408 Altablagerungen, 48 befinden sich derzeit in der Sanierung (Abb.xx Altlastenbearbeitung).


Tabelle: Stand der Altlastenbearbeitung

Altstandorte

Altstandorte, zu denen auch die Rüstungsaltlasten gehören, sind nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz Grundstücke stillgelegter Anlagen und sonstige Grundstücke, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist.

Eine flächendeckende Erfassung liegt für Niedersachsen bis jetzt noch nicht vor. Bisher sind ca. 86.940 Altstandorte erfasst. Für 4.082 Altstandorte wurden Gefährdungsabschätzungen durchgeführt, 2.125 Altstandorte wurden saniert (Abb. xx Altlastenbearbeitung).

Das Gefährdungspotenzial von Rüstungsaltlasten muss als besonders hoch eingeschätzt werden, weil der Aufbau der Rüstungsindustrien und deren Betrieb in der Regel unter Kriegsbedingungen erfolgte und die Produktion grundsätzlich Vorrang vor Maßnahmen zum Schutz der dort Beschäftigten und der Umwelt hatte. Kontaminationen größeren Ausmaßes wurden beispielsweise durch Luftangriffe, die die Produktionsanlagen beschädigten oder zerstörten, und durch nicht fachgerechte Entmilitarisierung der Anlagen verursacht, wodurch toxische Produktionsstoffe unkontrolliert in die Umwelt gelangten. Bei Untersuchungen des Landes wurden rüstungsbezogene Umweltchemikalien, sprengfähiges Material und in Einzelfällen auch chemische Kampfstoffe gefunden. Diese führten zum Teil zu erheblichen Kontaminationen des Bodens und des Grundwassers. 181 Standorte sind derzeit in Niedersachsen als Rüstungsaltlasten eingestuft.


Artikel-Informationen

17.10.2017

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