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Böden und Bodenschutz

Böden, das sind die oberen zwei Meter der Erdkruste, die „Rostschicht" der Erde, in der sich Atmosphäre (Luft), Hydrosphäre (Wasser), Lithosphäre (Gestein) und Biosphäre (Pflanzen und Tiere) vereinen.

Böden sind die Standorte der Land- und Forstwirtschaft sowie des Erwerbsgartenbaus und damit wichtige Grundlage für die Herstellung von Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen. Darüber hinaus sind sie Bestandteil natürlicher Ökosysteme, Lebensraum von Bodenorganismen und spielen eine wichtige Rolle im Stoffkreislauf. Sie speichern Stoffe (z.B. Schadstoffe), puffern deren Wirkung, wandeln sie um oder bauen sie ab und beeinflussen die Qualität von Grund- und Oberflächenwasser. Auch sind Böden klimatischen Effekten ausgesetzt, beeinflussen selbst aber auch das regionale und globale Klima insbesondere nach Eingriffen durch den Menschen (z.B. CO2-Freisetzung nach Entwässerung von Mooren).

Böden entwickeln sich sehr langsam, und die Bodenfläche kann nicht vermehrt werden. Möglichen Gefährdungen der Böden wollen wir daher eine besondere Aufmerksamkeit widmen. Dies sind vor allem Flächenverbrauch und Versiegelung, diffuse oder punktuelle Stoffeinträge (Kontamination), Versauerung, Verlust an organischer Substanz und Biodiversität, Erosion durch Wasser und Wind sowie Verdichtung.

Belastete oder veränderte Böden können sich nachteilig auf anderen Umweltmedien auswirken, z.B. auf die Atmosphäre durch Veränderungen im Gasaustausch, auf das Grundwasser durch Freisetzung von Nähr- und Schadstoffen, auf Lebens- und Futtermittel durch Mobilisierung von Schadstoffen, auf Oberflächengewässer durch Eintrag von Nähr-/Schadstoffen und Bodenpartikeln oder auch auf Siedlungs- und Verkehrsflächen durch Abschwemmung oder Verwehung von Bodenmaterial.

Im Bundesbodenschutzgesetz sind Regelungen getroffen worden, um die Funktionsfähigkeit des Bodens zu sichern und schädliche Bodenveränderungen abzuwehren. Schädliche Veränderungen an Böden und hierdurch verursachte Belastungen von Gewässern sind zu sanieren. Ein besonderer Wert wird auf die Vorsorge, d.h. die Vermeidung von nachteiligen Effekten auf Böden gelegt.

Ein Aspekt der Vorsorge ist die Bodendauerbeobachtung, die seit Beginn der 1990er Jahre in vielen Bundesländern eingerichtet wurde. Bodenschutz braucht Bodeninformationen und Daten. Die Bodendauerbeobachtung hat vor allem zum Ziel, meist schleichend ablaufende Veränderungen von Böden zu erkennen, ggf. bisher nicht erkannte Gefährdungen für Böden auszumachen und die Wirkung umweltpolitischer Maßnahmen für den Bodenschutz zu bewerten.

Böden sind nicht alle gleich. Sie weisen eine unterschiedliche Ertragsfähigkeit für landwirtschaftliche und forstliche Kulturen, unterschiedliche Empfindlichkeiten für die o.a. Gefährdungen auf und wirken auch in unterschiedlicher Weise auf Grundwasser und andere Medien ein.

In der Bodenkartierung werden Informationen über die Verbreitung und Eigenschaften der Böden auf unterschiedlichen Maßstabsebenen erhoben. Die Daten werden im Niedersächsischen Bodeninformationssystem (NIBIS) gehalten und können über den Kartenserver des LBEG abgerufen werden.

Boden geht uns alle an - im von der UNSECO ausgerufenen „Jahr des Bodens 2015" hat das Umweltministerium daher zwei Handreichungen für Kinder und interessierte Bürgerinnen und Bürger entwickelt. Bodenbewusstsein sollte ein zentrales Thema bei der Umweltbildung sein, denn ohne Boden hätten wir keine Lebensmittel, keine Vegetation und kein sauberes Grundwasser. Der Boden unter unseren Füßen zählt daher - ebenso wie die Luft, die wir atmen und das Wasser, das wir trinken - zu unseren Lebensgrundlagen. Mehr zum Thema Boden


Artikel-Informationen

16.02.2016

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