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Erosion durch Wind

Winderosion wird verursacht durch das Vorhandensein strukturarmer, offener Landschaften sowie einer nicht oder nur gering ausgeprägten Vegetationsdecke. Die Bodenart des obersten Mineralbodenhorizonts spielt dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle, so sind in Niedersachsen vor allem die leichten und trockenen Sandböden der Geestlandschaften und die ackerbaulich genutzten Moorböden winderosionsgefährdet.

Winderosion wird begünstigt durch das Zusammenwirken verschiedener natürlicher und nutzungsbedingter Faktoren:

Umweltbericht 2015  

Schäden auf den betroffenen Erosionsflächen sind beispielsweise der Verlust der besonders fruchtbareren Ackerkrume oder Windschliff an Kulturpflanzen. Angrenzende landwirtschaftliche Flächen und Ökosysteme können durch Sandüberdeckungen und Gewässereinträge beeinträchtigt werden. Ebenfalls können durch Winderosionsereignisse Sichtbehinderungen auftreten und somit ein Risiko für den Straßenverkehr darstellen. Da Bodenabträge durch Wind fast ausschließlich flächenhaft auftreten, werden meist nur große Schäden außerhalb der Erosionsfläche (off-site-Schäden) wahrgenommen. So können Auswehungsverluste von mehreren Zehnertonnen pro Hektar unbemerkt bleiben (CHEPIL, 1960).

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie berechnet gem. DIN 19706 unter Berücksichtigung der oben aufgeführten natürlichen Einflussfaktoren (ausgenommen Bodenbearbeitung und
-bedeckung) die potenzielle Winderosionsgefährdung für Niedersachsen. Auf Basis dieser Berechnung werden ca. 230.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche in Niedersachsen als potenziell sehr hoch winderosionsgefährdet ausgewiesen. (http://nibis.Ibeg.de/cardomap3/)

Mögliche Maßnahmen zur Vermeidung von Winderosion:

  • 1. Erhöhung der Bodenbedeckung durch Mulch-, Direkt- oder Streifensaat und Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten
  • 2. Keine Bearbeitung ausgetrockneter Böden bei erhöhten Windgeschwindigkeiten
  • 3. Kein Walzen winderosionsgefährdeter Flächen
  • 4. Bodenbearbeitung quer zur Hauptwindrichtung
  • 5. Erhaltung, Pflege und Neuanlage von Hecken und Gehölzen
  • 6. Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe und Angebot freiwilliger Agarumweltmaßnahmen
  • 7. Umsetzung der Cross Compliance Regelungen zum Erosionsschutz

Weiterführende Informationen:

CHEPIL, W. S. (1960): Conversion of relative field erodibility of soil by wind. In: Soil Sci. Soc. Proc. 24.

Deutsches Institut für Normung e.V. (2004): DIN 19706 Bodenbeschaffenheit - Ermittlung der Erosionsgefährdung durch Wind. Beuth Verlag, Berlin.

HENNINGS, V. (2000) (Koordination): Methodendokumentation Bodenkunde. Auswertungsmethoden zur Beurteilung der Empfindsamkeit und Belastbarkeit von Böden. In: Geologisches Jahrbuch Reihe G, 1, Stuttgart.


Artikel-Informationen

17.10.2017

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