Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Biomasse

Die Biomasse ist im Gegensatz zur Windenergie und zur Fotovoltaik nicht wetterabhängig, sie ist lager- und in der Regel speicherfähig. Sie wird einerseits direkt genutzt, beispielsweise in Holzheizkraftwerken, andererseits kommt sie in Biogasanlagen zum Einsatz. Dort wird aus den Substraten Gas gewonnen, das u. a. in Blockheizkraftwerken (BHKW) zur Strom- und Wärmeerzeugung verwendet wird.

Die biologischen und anderen Umwandlungsprozesse zur Biogaserzeugung können praktisch das ganze Jahr über rund um die Uhr ablaufen.

Biomasse kann auch zur Herstellung alternativer Kraftstoffe eingesetzt werden. Zu diesen gehören neben synthetischen Kraftstoffen auch Biodiesel aus Raps, Ethanol und Biomethan.

Für ein großes Flächenland wie Niedersachsen mit seiner hochproduktiven Landwirtschaft ist die Biomassenutzung hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Klimaschutz, die Ressourcenschonung und nicht zuletzt als Einkommensalternativefür Landwirte von großer Bedeutung. Der Bau von Biogasanlagen stößt allerdings auch an Grenzen. Es stehen nur begrenzt Flächen für die in Konkurrenz zueinander stehende Nahrungsmittel- und Energiepflanzenproduktion zur Verfügung. Darüber hinaus führte der weitere Anbau von Energiepflanzen durch den zusätzlichen Anfall von Gärresten regional zu hohen Nährstoffüberschüssen und damit zu weiteren Belastungen der Natur und insbesondere des Grundwassers.

2016 gab es in Niedersachsen 1.634 Biogasanlagen. Davon haben 1.569 Anlagen Energiepflanzen oder Gülle als Substrate verwendet. 65 Biogasanlagen wurden mit Abfall- und Reststoffen als Ausgangsmaterial gespeist. In Summe hatten alle Biogasanlagen eine abrufbare Leistung von 890 MW. Die Holzheizkraftwerke in Niedersachsen verfügten 2014 über eine installierte Gesamtleistung von 161 MW.

2015 wurden ca. 7,6 Milliarden kWh Strom aus niedersächsischen Biogasanlagen eingespeist. Das entsprach einem Viertel des in Niedersachsen erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen beziehungsweise 10 Prozent der gesamten Stromerzeugung. Damit liegen Biogasanlagen bei der erneuerbaren Stromerzeugung auf Platz 2 in Niedersachsen.

Biogasanlagen sollen nach dem Willen der Landesregierung zukünftig flexibler betrieben werden, um verstärkt die fluktuierende Einspeisung von Wind- und Solarstrom zu ergänzen. Der Einsatz von Energiepflanzen - wie Mais - soll wesentlich abnehmen. Die Landesregierung setzt sich dafür ein, als Beitrag zum Klimaschutz künftig vermehrt Wirtschaftsdünger (Gülle) als Substrat zu verwenden.


Artikel-Informationen

17.10.2017

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