Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Ausbau der Stromnetze

Durch den Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft bis 2022 und dem schrittweisen Verzicht auf die Nutzung der fossilen Energieträger wird ein ambitionierter Ausbau der Erneuerbaren Energien erforderlich. Einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende soll künftig die Nutzung der Windkraft On- und Offshore leisten.

Bei einer weitgehend auf dezentralen volatilen erneuerbaren Energieträgern beruhenden Energieversorgung, wie Niedersachsen sie anstrebt, ist ein starkes Übertragungsnetz für den Stromtransport erforderlich. Damit können Versorgungssicherheit und Netzstabilität gewährleistet werden. Bereits heute wird in einigen Regionen Niedersachsens zeitweilig mehr Strom in Anlagen mit erneuerbaren Energien erzeugt, als vor Ort verbraucht werden kann. Der Netzausbau ist somit die zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Im Vordergrund steht dabei die Verstärkung und Erweiterung des bestehenden Verbundnetzes durch den Ausbau der 380 KV-Höchstspannungsleitungen, ergänzt durch punktuelle Nord-Süd-Gleichstromleitungen sowie die Errichtung der erforderlichen Anbindungsleitungen von Offshore-Windparks.

Niedersachsen will den notwendigen Netzausbau im intensiven Dialog mit den Bürgern und Kommunen verwirklichen. Oberste Priorität ist, dass es zu Stromtrassenverläufen kommt, welche die Bevölkerung in den betroffenen Regionen in Niedersachsen möglichst gering belasten.

Dabei kommt es zum einen darauf an, den Netzausbau auf das notwendige Maß zu begrenzen und zum anderen, diesen so umwelt- und sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Der Einsatz von Erdkabelabschnitten kann dazu beitragen, die Belastungen durch neue Leitungstrassen bei Wohnbereichsannäherungen wirksam zu vermindern und damit ihre Akzeptanz deutlich zu verbessern. Dafür setzt sich das Land Niedersachsen aktiv ein.

Offshorenetzanbindungen

Für die Energiewende insgesamt und für das Land Niedersachsen insbesondere ist die Windenergienutzung aus energie-, wirtschafts- und regionalpolitischer Sicht von erheblicher Bedeutung. Das Land Niedersachsen setzt sich dafür ein, die landesseitig notwendigen Voraussetzungen bezüglich der Netzverknüpfungspunkte und des Netzausbaus zu schaffen, damit die Offshore-Windenergie in das Übertragungsnetz eingespeist werden kann.

Netzanbindungsleitung Offshore in Betrieb (Stand 30.06.2017)

Projekt-Nr.

Projekt-

Bez.

Netz-

verknüpfungs-

punkt

Leistung*

(MW)

Technik**

Kabellänge

See/ Land

Inbetriebnahme

-termin

NOR-2-1

alpha ventus

Hagermarsch

62

AC

66 km/ 6 km

2009

NOR-6-1

BorWin 1

Diele

400

DC

125 km/ 75 km

2010

NOR-0-1

Riffgat

Emden-Borßum

113

AC

50 km/ 30 km

2014

NOR-2-2

DolWin 1

Dörpen-West

800

DC

75 km/ 90 km

2015

NOR-6-2

BorWin 2

Diele

800

DC

125 km/ 75 km

2015

NOR-3-1

DolWin 2

Dörpen-West

916

DC

45 km/ 90 km

2016


Netzanbindungsleitung Offshore in Bauvorbereitung oder im Bau

Projekt-Nr.

Projekt-

Bez.

Netz-

Verknüpfungs-

punkt

Leistung*

(MW)

Technik**

Kabellänge

See/ Land

Geplanter Inbetriebnahme-

termin

NOR-0-2

Norder-gründe

Inhausen

111

AC

32km/ 4 km

2017

NOR-2-3

DolWin 3

Dörpen West

900

DC

80 km/ 80 km

2018

NOR-8-1

BorWin 3

Emden Ost

900

DC

130 km/ 30 km

2019

NOR-3-3

DolWin 6

Emden Ost

900

DC


2023

NOR-1-1

DolWin 5

Emden Ost

900

DC


2024

* Übertragungsleistung

**Übertragungstechnik: AC = Wechselstrom/ DC = Gleichstrom


Speicher sind ein wichtiger Baustein der Energiewende:

Die niedersächsische Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Energieversorgung schrittweise auf 100 Prozent erneuerbare Energiequellen umzustellen. Dabei muss die Energieversorgung bezahlbar und verlässlich bleiben. Damit die Versorgung rund um die Uhr gesichert ist, gilt es, Angebot und Nachfrage zu jedem Zeitpunkt deckungsgleich zu halten, was angesichts der Volatilität des erneuerbaren Stromangebots große Herausforderungen an die Energiewirtschaft stellt. Neben dem internationalen Stromaustausch, dem Ausbau des Stromnetzes, dem Erzeugungs- und Lastmanagement sowie der Einbeziehung des Wärme- und Mobilitätssektors, kommt der kurz- und langfristigen Speicherung von Energie eine Schlüsselrolle zu.



Artikel-Informationen

17.10.2017

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