Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Wasserkraft und Geothermie

Die Nutzung der Wasserkraft gehört zu den traditionell ältesten Formen der Nutzung der erneuerbaren Energien. Der Vorteil der Stromerzeugung aus Wasserkraft ist, dass sie eine vergleichsweise stetige Stromerzeugung ermöglicht.

Aufgrund der geographischen Beschaffenheit in Niedersachsen, hat Wasserkraft eine eher unbedeutende Rolle bei der Energieversorgung. In Niedersachsen wurde 2015 lediglich Strom in der Größenordnung von 240 Mio. kWh erzeugt. Das entspricht nur etwa einem Anteil von 0,8 Prozent der Stromproduktion bei den Erneuerbaren Energien.

Neben dem Ausbau der sogenannten Kleinen Wasserkraft, die auch die Wasserkraft bei geringen Gefällen nutzt und derzeit erforscht wird, sind keine wesentlichen Veränderungen abzusehen. Vorrangig müssen nach Auffassung der Landesregierung die existierenden Wasserkraftanlagen im Bestand gesichert, artenschutzgerecht gestaltet und womöglich ertüchtigt werden. Ein größerer Ausbau der Wasserkraft bietet sich in Niedersachsen aus ökologischen und ökonomischen Gründen nicht an.

Geothermische Energie ist die in Form von Wärme vorhandene Energie unterhalb der Oberfläche der festen Erde. Die Geothermie ist ein zukunftsfähiger Energieträger, der klimaschonend, grundlastfähig, dezentral, im eigenen Land verfügbar und praktisch unerschöpflich ist. Zur Wärmeversorgung von Häusern wird in Niedersachsen die oberflächennahe Geothermie (z.B. über Erdwärmekollektoren oder Erdwärmesonden) bereits vielfach genutzt. Durch das Marktanreizprogramm wurden alleine 2014 Erdwärmepumpen mit einer Gesamtleistung von ca. 2 MW neu installiert.

Die Tiefengeothermie bietet Potenzial, da sie völlig tageszeit- und wetterunabhängig Wärme liefert. Tiefe Geothermie-Projekte (Bohrtiefe > 400 m) sind bisher in Niedersachsen noch nicht umgesetzt. Das Forschungsprojekt GeneSys der Bundesanstalt für Geowissenschaftenund Rohstoffe (GBR) in Hannover geht möglichen Nutzungen der Tiefengeothermie nach. Im Rahmen des Projektes soll in einer Bohrtiefe von fast 4 km Erdwärme mit einer thermischen Leistung von 2 MW gewonnen werden. An mehreren Standorten in Niedersachsen wurden mit Unterstützung des Landes Machbarkeitsstudien für Tiefengeothermieprojekte durchgeführt. Zudem bietet die Nutzung ehemaliger Tiefenbohrungen wirtschaftliches Potenzial.


Artikel-Informationen

17.10.2017

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