Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Windenergie

Die Niedersächsische Landesregierung will zum Gelingen der Energiewende beitragen. Als kostengünstige, etablierte und klimafreundliche Technologie spielt die Windenergienutzung dabei eine Hauptrolle im Stromsektor. Ohne die Windenergienutzung und deren Ausbau wird die Energiewende nicht gelingen. Mit guten natürlichen Voraussetzungen kommt Niedersachsen eine besondere Verantwortung beim weiteren Ausbau der Windenergie in Deutschland zu, die über die Deckung des niedersächsischen Strombedarfs hinausgeht.

Entwicklung in Niedersachsen

Niedersachsen ist hinsichtlich der installierten Windenergieleistung an Land (Onshore) Spitzenreiter im bundesweiten Ländervergleich. Ende des Jahres 2014 waren 5.616 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von zusammen ca. 8.233 MW in Niedersachsen errichtet. Gegenüber 2013 entspricht dies einem Zuwachs der installierten Leistung von knapp 8 Prozent. Der heutige Anlagenbestand belegt schätzungsweise rund 1,1 Prozent der Landesfläche

Die historische Entwicklung der installierten Onshore-Windenergieleistung und des jährlichen Zubaus in Niedersachsen veranschaulicht nachfolgende Grafik:

Umweltbericht 2015  

Potenziale und Ausbauziele

Die Landesregierung geht davon aus, dass in Niedersachsen bis zum Jahr 2050 mindestens 20 GW an Windkraftleistung Onshore realisiert werden können, was - unter Berücksichtigung zukünftiger moderner Windenergieanlagen - mit einem Flächenbedarf von voraussichtlich mindestens 1,4 Prozent der Landesfläche einhergeht.

Aufgrund der Nutzung von Flächen innerhalb Niedersachsens geht man davon aus, dass es praktisch keine konfliktfreien Flächen für die Windenergienutzung gibt. Folglich kommt es darauf an, im Rahmen einer sorgsamen Regional- und Bauleitplanung vor Ort die besten Lösungen, das heißt möglichst konfliktarme und geeignete Flächen, zu ermitteln.

Windenergieerlass

Der erforderliche weitere Ausbau der Windenergienutzung soll umwelt-, sozialverträglich und wirtschaftlich gestaltet werden und in planerisch geordneter Weise erfolgen. Mittels Windenergieerlass und Leitfaden Artenschutz soll dieser Prozess unterstützt werden. Diese sollen als Orientierung und Hilfestellung für eine rechtssichere Planung und Genehmigung dienen, Planungs- und Genehmigungsverfahren strukturieren und vereinfachen helfen und damit in der Konsequenz den weiteren Ausbau befördern und in obiger Weise verträglich gestalten.

Die Erarbeitung des Erlassentwurfs erfolgte unter frühzeitiger Beteiligung externer Akteure; darunter die Kommunalen Spitzenverbände, Verbände und Vertreter der Windenergiebranche, Vertreterinnen und Vertreter von Umwelt- und Naturschutzverbänden, die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN), die Klimaschutzagentur Region Hannover und die Koordinierungsstelle Windenergierecht. Der Leitfaden zum Artenschutz wurde in einer Unterarbeitsgruppe des Dialogforums in gleichartiger Weise entwickelt.

Für eine erfolgreiche Energiewende bedarf es neben der Windenergienutzung an Land auch einer Windenergienutzung auf See (Offshore). Diese bietet große und relativ konfliktarme Ausbaupotenziale für die regenerative Stromerzeugung in Deutschland und verspricht eine hohe Verfügbarkeit und Stromproduktion.

Entwicklung

Errichtet sind (Stand Ende 2014) bisher insgesamt rund 2.200 MW Offshore-Windleistung in der Nordsee und etwa 170 MW in der Ostsee. Weitere Projekte sind im Bau begriffen.

Niedersachsen setzt sich für die zügige Bereitstellung der notwendigen Netzanschlüsse ein. Das Land Niedersachsen hat mit der raumordnerischen Festlegung einer Sammelkabeltrasse für acht Windparkprojekte mit einer geplanten elektrischen Leistung von rund 2.900 über die Insel Norderney schon einen entscheidenden Beitrag zu Realisierung der ersten Offshore-Windparks geleistet. Neben der bestehenden Norderney-Trasse wurde im Oktober 2012 eine zweite Bündelungstrasse am Rande des Emsfahrwassers raumordnerisch festgestellt. Neben diesen beiden im Landes-Raumordnungsprogramm gesicherten Trassenkorridoren soll ein weiterer Korridor über Norderney im niedersächsischen Küstenmeer im Rahmen der aktuellen Fortschreibung des Landes-Raumordnungsprogramms raumordnerisch gesichert werden.

Potenziale und Ausbauziele

Maßgeblich für den künftigen Ausbau der Offshore-Windenergie sind die entsprechenden Ausbauziele des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Diese sehen einen Ausbau der Offshore-Windleistung bis 2020 auf 6.500 MW und bis 2030 auf 15.000 MW vor.


Artikel-Informationen

16.02.2016

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln