Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Treibhauseffekt

Im weltweiten Maßstab tragen die energiebedingten Kohlendioxidemissionen gemessen an den Treibhausgasen mit über 50 Prozent den größten Anteil zum anthropogenen Treibhauseffekt bei. Auch in Niedersachsen ist Kohlendioxid (CO2) das Kernproblem der Treibhausgasemissionen. CO2 entsteht hauptsächlich bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas), aber auch durch Landnutzung (insbesondere kohlenstoffreiche Böden) und Landnutzungsänderungen (z.B. Grünlandumbruch). Weltweit betrachtet ist eine zusätzliche bedeutsame Ursache für den Anstieg der CO2-Konzentration die Brandrohdung und Abholzung der Wälder, insbesondere der tropischen Regenwälder. Nicht nur bei der Verbrennung werden große CO2-Mengen freigesetzt, mit den Wäldern geht einer der wichtigsten natürlichen Kohlenstoffspeicher (CO2-Senke) verloren.

In Niedersachsen beträgt der Anteil der energiebedingten CO2-Emissionen an den gesamten Treibhausgasemissionen etwa 80 Prozent. Weitere wichtige Treibhausgase sind Methan und Lachgas, die vor allem in der Landwirtschaft entstehen. Ihr Anteil liegt bei etwa 17 Prozent der Gesamtemissionen. Rund 11 Prozent der Gesamtemissionen entfallen auf Moore und kohlenstoffreiche Böden.

Die energiebedingten CO2-Emissionen können vier Entstehungssektoren zugeteilt werden: der Energiewirtschaft, der Industrie, dem Verkehr und den Privaten Haushalten/ dem Kleinverbrauch. Hierbei ergibt sich folgende Verteilung:


Umweltbericht 2015  

Die Ergebnisse der CO2-Bilanz beziehen sich auf die wichtigsten Kohlendioxid-Quellen in Niedersachsen. Einbezogen sind Steinkohle, Braunkohle, Mineralöle und Erdgas als die vier wichtigsten in Niedersachsen verwendeten fossilen Energieträger. Die Erzeugung von Exportstrom wird mit einbezogen, die von Importstrom hingegen nicht.

Der Verkehrssektor gilt neben den Haushalten und der Industrie als größter Energieverbraucher. Sein relativer Anteil an den CO2-Emissionen im Vergleich der Wirtschaftssektoren steigt sogar weiter an. Zunahmen der Verkehrsmengen können bislang häufig nur teilweise durch technische Einsparmöglichkeiten ausgeglichen werden. Besonders relevante Teilsektoren im Verkehr sind der Straßen- und vor allem der Luftverkehr.

Die niedersächsische CO2-Bilanz liegt derzeit bis zum Jahr 2012 vor. Sie dokumentiert, in welchem Umfang sich die CO2-Emissionen in Niedersachsen seit 1990 verändert haben. Demnach wurden im Jahr 2012 in Niedersachsen rund 64,5 Millionen Tonnen CO2 emittiert. Gegenüber dem Jahr 1990 ist damit der CO2-Ausstoß um rund 16,4 Prozent gesunken. Der deutliche Rückgang der Emissionen im Jahr 2009 ist vor allem durch Effekte der Wirtschafts- und Finanzkrise bedingt.


Umweltbericht 2015  

Die Indikatoren Kohlendioxidemission pro Kopf und Kohlendioxidemissionen des Verkehrs (einwohnerbezogen) machen deutlich, wie sich die jeweiligen jährlichen CO2-Frachten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl in Niedersachsen von 1990 bis 2012 entwickelt haben.

Dargestellt sind die gesamten energiebedingten Kohlendioxidemissionen je Einwohner (Abb. 9) sowie die in Folge der Verbrennung von fossilen Kraftstoffen des Verkehrssektors emittierten Kohlendioxidemissionen (Abb. 10) des Landes ebenfalls in einer einwohnerbezogenen Darstellung. Die Indikatorenwerte werden nach einer im Länderarbeitskreis Energiebilanzen abgestimmten verbindlichen Methodik (Quellenbilanz) ermittelt.

Vor dem Hintergrund des Bevölkerungszuwachses seit Anfang der 1990er Jahre ist der Kohlendioxidausstoß pro Einwohner danach deutlicher von 10,5 Tonnen im Jahr 1990 auf 8,4 Tonnen im Jahr 2011 zurückgegangen.

Die kraftstoffbedingten Kohlendioxidemissionen des Verkehrs sind ebenfalls zurückgegangen von 2,4 Tonnen je Einwohner im Jahr 1990 auf knapp 2,1 Tonnen im Jahr 2011. (Quelle: Länderinitiative Kernindikatoren, Stand: 15.06.2015)


Umweltbericht 2015  
Umweltbericht 2015  

Der für die Berechnung zugrunde liegende Energieverbrauch des Verkehrs erfasst die Sektoren Straßenverkehr, Schienenverkehr, Luftverkehr sowie Küsten- und Binnenschifffahrt. Die Angaben beruhen im Allgemeinen auf Statistiken über die Lieferungen von Kraftstoffen und Energieträgern an diese Verbrauchergruppen. Unberücksichtigt bleiben die strombedingten Kohlendioxidemissionen sowie für Deutschland die Emissionen des internationalen Luftverkehrs.

Artikel-Informationen

16.02.2016

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