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Künftige Klimaentwicklungen

Niedersachsen ist ein Land mit klimatisch sehr unterschiedlich geprägten Regionen. Entlang der langen Küstenlinie ist der Einfluss von Meer und Wind dominant. Nach Osten und ins Landesinnere herrscht zunehmend kontinentales Klima. Die Hochlagen von Solling und Harz sind viel stärker montan und hochmontan geprägt, als es ihrer Höhenlage entspricht. Das unterscheidet sie von anderen deutschen Mittelgebirgen.

Durch den Einfluss maritimer Luftmassen ist im niedersächsischen Flachland die räumliche Differenzierung bei der Verteilung der Lufttemperatur relativ gering, während im Harz und den anderen Mittelgebirgen starke höhenabhängige Unterschiede auftreten.

Auch die regionale Verteilung der künftigen Temperaturentwicklung variiert: Das Weser-Leine-Bergland und der Harz wären nach den Szenarien am stärksten betroffen. An der Nordseeküste wird die Erwärmung mit im Mittel 2,5° C etwas schwächer ausfallen.

Für den überwiegenden Teil Niedersachsens könnten die mittleren Jahresniederschläge noch leicht ansteigen. In den bereits heute niederschlagsarmen Regionen in Ostniedersachsen wäre allerdings auch künftig kein Anstieg der Niederschlagsmengen zu erwarten. Zudem können gerade in dieser Region häufigere Trockenperioden aufgrund der deutlich stärkeren Verdunstung den Stress der Pflanzen durch Wassermangel merklich erhöhen und den Wasserhaushalt der Natur- und Kulturlandschaft deutlich verändern.

Viel wichtiger aber sind die Veränderungen der saisonalen Verteilung des Niederschlags. Während im Sommer und damit in der Vegetationszeit ausgeprägte Rückgänge zu verzeichnen sind, würde es im Winter zu erhöhten Niederschlägen kommen, so dass die jährlichen Niederschlagssummen sogar trotz zunehmender sommerlicher Trockenheit steigen könnten. Mit der Zunahme der winterlichen Niederschläge würde sich auch das Hochwasser- und Überschwemmungsrisiko insbesondere im Harzvorland erhöhen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die sich in den vergangenen 50 Jahren bereits abzeichnenden Trends des Klimawandels fortsetzen. Zum Teil werden sie sich auch noch deutlich verstärken. Die Änderungen werden in Niedersachsen besonders von der Entfernung zum Meer beeinflusst. Allgemein ist zu erwarten, dass die Veränderungen im Winter stärker ausfallen werden als im Sommer. Regionen, die wahrscheinlich der stärksten Dynamik des Klimageschehens unterworfen sein werden, sind die Küsten, die östlichen Gebiete des Landes wie die Lüneburger Heide und das Wendland, das Aller-Flachland und die Börden sowie das Bergland und der Harz.

Artikel-Informationen

16.02.2016

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