Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Feinstaub

Unter Staub versteht man die in der Atmosphäre verteilten festen Teilchen. Dabei wird je nach Größe der Partikel unterschieden zwischen Schwebstaub (Korngröße bis rund 30 Mikrometer (μm)) und Grobstaub. Teilchen, die größer als 30 μm sind, sind als gröbere Niederschlagspartikel anzusehen und werden mit im Staubniederschlag erfasst. Beim Schwebstaub richtet sich die Aufmerksamkeit in den letzten Jahren vor allem auf die Fraktion mit einer Korngröße kleiner als 10 μm, dem so genannten Feinstaub PM10 (Particulate Matter mit Teilchengröße kleiner als 10 Mikrometer). Seit dem Jahr 2009 ist auch die feinere Fraktion PM2,5 zu beurteilen. Betrachtet man die Anteile der einzelnen Emittentengruppen, so stellt man fest, dass bundesweit auf den Bereich Industrie der größte Anteil der Staubemissionen entfällt. Verkehr und Haushalte liefern Anteile von 13 Prozent bzw. 11 Prozent.

Die Jahresmittelwerte zeigen für PM10 an den Industrie- und Hintergrundstationen des LÜN im Zeitraum 2004 bis 2007 einen abnehmenden Verlauf. In den Jahren 2007 bis 2011 ist an einigen Messstationen ein nahezu gleichbleibender, an anderen Hintergrundstationen ein leicht steigender Verlauf festzustellen. In den beiden Folgejahren 2012 und 2013 nahm die mittlere PM10-Belastung dann an nahezu allen Hintergrundstationen wieder ab. Im Jahr 2014 stieg die Belastung an fast allen Stationen wieder geringfügig an. Als Grund für diese Schwankungen sind vor allem Witterungsphänomene zu nennen. Austauscharme Wetterlagen verbunden mit niedrigen Temperaturen verursachen durch den hohen Heizbedarf hohe Feinstaubemissionen, die sich lokal oder regional anreichern können. Hinzu kam im April der Transport von Saharastaub nach Niedersachsen. Die mittlere PM10-Belastung des Jahres 2014 ist für Niedersachsen in Abbildung 5 dargestellt. Langfristige Trendaussagen sind für die Feinstaubbelastung an Verkehrsstationen mit Ausnahme der Verkehrsstation in Hannover aufgrund der sonst relativ kurzen Messzeiträume noch nicht möglich. An der Verkehrsstation Hannover hat die PM10-Belastung in den letzten Jahren deutlich abgenommen (im Jahresmittel von 38 μg/m³ (2004) auf 24 μg/m³ (2014)). Die zulässige Anzahl der Tage mit erhöhten Feinstaubkonzentrationen (35 Tage pro Jahr mit PM10-Tagesmittelwerten über 50 μg/m³) wurde auch in 2014 nicht überschritten. Überschreitungen des PM10-Grenzwertes traten zuletzt im Jahre 2006 ausschließlich an verkehrlich hoch belasteten Standorten auf.


Umweltbericht 2015  

Die Jahresmittelwerte der PM2,5-Belastung sind gegenüber dem Vorjahr geringfügig gestiegen und bewegen sich damit seit 2009 etwa auf einem gleichbleibenden Niveau von 10 - 15 μg/m³ an den Hintergrundstationen und 12 - 19 μg/m³ an den Belastungsschwerpunkten. Grenz- oder Zielwerte wurden in Niedersachsen wie auch bundesweit seit Beginn der Messungen im Jahr 2009 nicht überschritten.

Artikel-Informationen

16.02.2016

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